Aufbau des Feuerwehr-Wesens in den Australischen Staaten

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Hätte ich das nur vorher gewusst; ich hätte nie das Versprechen abgegeben einen Artikel über die Anfänge der Feuerwehr in den Australischen Staaten zu schreiben. Mindestes 100 Bücher und ganze Jahrgänge von Zeitschriften wurden gesichtet und es gab nur einzelne Sätze zu diesem Thema aber keine einzige Stelle, die das Thema ausführlich behandelt hatte.

Ich möchte mich zu Beginn bei den „reinen Philatelisten“ entschuldigen, dafür dass der Schwerpunkt auf Themen rund um die Feuerwehr liegt und nicht bei Briefmarken. Aber dieser Artikel ist ein Dankeschön an die Arbeitsgemeinschaft Feuerwehr e.V. und dort wird dies hoffentlich auf Interesse stoßen.

Wenn man die historische Literatur nach dem Wort „Fire“ durchsucht findet man alles mögliche aber nichts zur Feuerwehr. Neben den Anfängen der Essens-Zubereitung, den Feuerwaffen (Fire-Arms“ und dem Feuerwasser (Fire-Water), den Feuerfliegen (Fireflies) sowie der Beschreibung von vulkanischer Tätigkeit und Buschfeuern, fand ich kaum Hinweise, dass jeweils ein Feuer durch Profis gelöscht wurde.

aborigini-firestickEs konnte zwar erwartet werden, dass der erste Feuerwehrmann, der jemals ein Feuer gelöscht und dabei auch noch Leben gerettet hatte, ein Ureinwohner war. Aber wie beweist man dies?

In dem Buch „Children of Wild Australia“ von Herbert Pitts vom 1. Januar 1900 gab es dann aber ein Kapitel über ungewöhnliche Namen der Kinder von Aboriginies.  Dort erwähnte er ein Kind mit dem ungewöhnlichen Namen „Fire and Water“. Solche besonderen Namen erzählten aber schon immer eine eigene Geschichte. In diesem Falle geriet während der Geburt die Hütte in Flammen und wurde mit Wasser gelöscht. Es gab nach der Überlieferung somit weder ein Gewitter noch eine Überschwemmung sondern eine eindeutige bewusste Rettungsaktion.


So bekam das Kind seinen Namen und die Feuerwehr in Australien ihren geschichtlichen Ursprung.

 

(aus „From the Dreaming to 1915; A History of Queensland)

Wie bereits erwähnt, konnte ich über die Anfänge der organisierten Feuerwehr nur recht wenig in Erfahrung bringen. Dies liegt offensichtlich auch daran, dass eine organisierte Feuerwehr auf gesetzlicher Basis in den meisten Australischen Kolonien erst kurz vor dem Zusammenschluss zum Commonwealth of Australia in 1901 erfolgte.

  • West Australien

Die heutige „Behörde für Feuer und Notfälle“  (Department of Fire and Emergency Services (DFES)) befindet sich immer noch am ursprünglichen Platz der Feuerwehr in Perth. Dies ist die erste eigenständige Feuerwehr-Station in West Australien. Davor hatte man sich in der Stadthalle von Perth eingemietet.

Heute hat das im Dezember 1900 fertiggestellte Gebäude einen festen Platz im staatlichen Register der historischen Plätze von West Australien.

Quelle: http://www.dfes.wa.gov.au/educationandheritage/fehc/Pages/default.aspx

Es gab eine Ausschreibung unter den Architektur-Büros und Michael Cavangh hatte gewonnen. Er hatte u.a. auch die Feuerwehr-Station in Fremantle (1908) und die St Patrick´s Basilica in Fremantle entworfen. Er war damals nicht nur Mitglied im Bürgermeister-Amt sondern auch im Vorstand der Feuerwehr in Perth. Solch hilfreiche Zufälle hat es wohl schon zu allen Zeiten gegeben.

In den Anfängen dieser Station wurden die Wasserbehälter von  Pferden gezogen. Die Feuerwehrmänner haben sich eigene Maschinen gebaut, die beim Löschen wertvolle Hilfe geleistet hatten. Dies war der Grund, warum diese Station damals als die fortschrittlichste und modernste in ganz Australien galt.

Über diese Station wurde auch der erste Ambulanz-Dienst in Perth erbracht.

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Fire Brigade No 1 Station (former), 35 Murray St,Perth

https://en.wikipedia.org/wiki/Old_Perth_Fire_Station

Die Gründung der „Amtlichen“ Feuerwehr basierte auf dem Feuerwehr-Gesetz (Western Australian Fire Brigades Act) von 1899, welches der General-Staatsanwalt R.W. Pennefather im Juli 1898 ins Parlament brachte..

Auf Basis dieses Gesetzes soll ein „Feuerwehr-Vorstand“ (Fire Brigade Board) gegründet werden, über den alle Feuerwehren in West-Australien gesteuert werden sollten.

Bis zu diesem Zeitpunkt handelte es sich ausschließlich um freiwillige Feuerwehren, die dann natürlich auch vollständig unabhängig waren und keinen Anlass für Koordination und Kooperation sahen.

In der Begründung für den Gesetzes-Entwurf hieß es dann auch: „Wenn ein System effektiv sein soll, muss es reguliert werden. Aktuell handelt es sich nur um eine krampfhafte Institution“.

Die „nicht-mehr-freiwillige“ Feuerwehr wurde aus 4 unterschiedlichen Budget-Töpfen bezahlt:

1/9 kam von der Kolonie West Australien, 2/9 vom Bürgermeister-Amt in Perth, weitere 2/9 von anderen Bürgermeistern und 4/9 von den Feuer-Versicherern.

Für mich ist dies ein spannender Ansatz auch für die Gegenwart, wenn die Versicherungs-Gesell-schaften fast die Hälfte der Kosten tragen würden. (Vergleichbare Ansätze findet man auch in anderen Kolonien.)

1910 befand man es für notwendig, den Maschinenpark zu erweitern und zu modernisieren.

So kaufte man zunächst eine Pumpe, die mit einer Dampfmaschine betrieben wurde und 850 Gallonen pro Minute an Leistung brachte und zusätzlich eine Motor-Turbinen betriebene für 350 Gallonen pro Minute. Beispielhafte Abbildungen zeige ich nachher im Briefmarken-Teil.

Diese neue Technologie wurde zwingend erforderlich, um mit dem rasanten Wachstum der Gebäude (insbesondere der Warenhäuser) in Perth Schritt zu halten.

postcard-perth

Dieses Bild stammt zwar bereits aus dem Jahr 1915, zeigt aber deutlich, dass Perth nicht einfach nur ein Vorort war und ohne effektive Technologie ganze Straßenzüge bei einem Feuer in Mitleidenschaft gezogen werden würden.

Ganz spannend – aber nur am Rande wichtig – ist, dass in London (Batterseas Bridge fire station) bereits 1901 oder 1902 Maschinen-getriebene Ausstattung eingesetzt wurde.

Hier ein entsprechender Leserbrief in einer australischen Zeitung:

http://trove.nla.gov.au/ndp/del/article/41290059?searchTerm=fire%20brigade%20history&searchLimits=

(Wenn man ein wenig mit den Links „spielt“ kann man sich völlig in den Publikationen der damaligen Zeit verlieren.)

Auf Grund der zusätzlichen Maschinen und benötigter Räume, entschied man sich, in die Irwin Street (35 Murray Street, southeastern corner of Murray and Irwin Streets, Perth) umzuziehen und für 2.100 Pfund ein großes Stück Land von der Römisch Katholischen Kirche zu erwerben.

Auf diesem Gelände befand sich ein Schulgebäude welches dann weiterhin zur Ausbildung des Feuerwehr-Personals verwendet wurde aber diesem auch als Unterkunft diente.

Das Gebäude wurde 1914 fertiggestellt und diente dann bis 1979 als zentrale Feuerwache

(WA Fire Brigades Board Central Fire Station until 1979).

Danach wurde das Gebäude in ein Feuerwehr-Museum umgewandelt, welches immer noch besucht werden kann.

Im April 1898 wurde die „WA Volunteer Fire & Rescue Services Association“ gegründet, die sich seither in West Australien darum bemüht, für die kontinuierliche Entwicklung der freiwilligen Feuerwehren sicher zu stellen.

Neben der Ausbildung wurde die Fitness und Disziplin durch regelmäßig ausgetragene  Wettkämpfe gefördert.

guildford-fire-stationDie zugeordnete Station Guildford Fire Station befindet sich ebenfalls auf der Liste der Kultur-Erben:

weitere Informationen unter: http://frsvols.asn.au/

und http://www.environment.gov.au/cgi-bin/ahdb/search.pl?mode=place_detail;place_id=16651

 

 

  • Südaustralien

Bzgl. Südaustralien fand ich einen interessanten Artikel über Arthur Baker und dessen Familie.

Alle Details unter http://trove.nla.gov.au/ndp/del/article/87798978

Im Dezember 1859 akzeptierte Arthur Baker ein Angebot von Mr. Henry Scott von den Feuer-Versicherungs-Gesellschaften und gründete die Feuerwehr in Adelaide. Wie auch bereits in Westaustralien hatte offensichtlich auch in Südaustralien die Versicherungen ein besonderes Interesse an einer organisierten Reduzierung der Brand-Risiken.

Ab dem 1.1.1860 war er dort Superintendent. Er stellte die Regeln für den Betrieb auf und sorgte sogar für ein Feuerwehr-Gesetz, welches dann sogar beide Häuser des englischen Parlamentes passierte. Die Gesetze wurde vor dem Beitritt zum Commonwealth zwar in allen Kolonien auf den Weg gebracht aber doch unterschiedlich voneinander. Und jedes dieser einzelnen Gesetze mussten die englische Legislative passieren.

Am 21. Oktober 1862 traten dieses Gesetz dann in Kraft.

Wie ganz viele Gründungsmitglieder und oder Führungskräfte der Feuerwehr kandidierte auch er für hohe politische Ämter. Auch danach leistete er hervorragende Arbeit bei der Feuerwehr und erhielt 1867 die dafür auch heute berühmte goldene Uhr. Im Januar 1885 gibt er schließlich in Rente.

Im September 1879 perfektionierte er auch noch ein „Feuer-Flucht-Modell“, welches auf dem Lazy-Tongs-Prinzip (laut Leo eine Scherenspreize) basiert.

Fachleute unter den Lesern können hiermit bestimmt etwas anfangen. Ich leider nicht.

Bis zum neuen Feuerwehr-Gesetz (Nr. 273 von 1882) war er im Dienst und hatte in der Regel 50 Einsätze pro Jahr in der Stadt zu bewältigen.

Namen und Lebensgeschichten von Feuerwehr-Offizieren und -Verantwortlichen findet man in vollständiger Zahl in dem „Biographical Index of South Australians 1836-1885“ z.B.

  • Arthur John Baker; Superintendent Fire Brigade Adelaide (1814-1900)
  • Chas Henry Salters;  Superintendent Fire Brigade

Auf Basis dieser Daten könnte man in die weitere Forschung einsteigen.

Eine sehr schmale Ausbeute, aber ein Ansatz:

Bei Wikipedia findet man unter https://en.wikipedia.org/wiki/Rymill_brothers (Search 11.11.2015) Hinweise auf die Familie zu Arthur John Baker. Und weitere Literaturhinweise: “The Late Mr. A. J. Baker.”. The Chronicle (Adelaide: National Library of Australia). 7 July 1900. p. 33. Retrieved 2 June 2013.

Logo Firestation

Den entsprechenden Artikel findet man unter : http://trove.nla.gov.au/ndp/del/article/87798978

http://www.adelaideheritage.com/

(Ein weiterer Link zum Stöbern)

 

sprungtuch

 

 

Zu Süd-Australien habe ich noch einen langen Artikeln aus dem Daily Herold vom 28. Jan 1911 über „Adelaides Fire Fighter“ mit vielen interessanten Bildern aus der Zeit vor 1911 gefunden, incl. einem Bild zum Sprungtuch-Einsatz.

 

 

 


http://trove.nla.gov.a
u/ndp/del/article/105294434?searchTerm=fire%20brigade%20history&searchLimits=l-state=South+Australia

 

  • Victoria

Die Freiwillige Feuerwehr von Ballarat-West wurde durch die Ratsversammlung der Hauptstadt im Jahre 1859 gegründet, drei Jahre nach dem Aufbau der Feuerwehr in Ballarat-Ost.

Zwischen beiden Feuerwehren in Ost und West gab es eine große Rivalität, insbesondere was die Zuständigkeit für lokale Feuer anging und die Vertretung auf den regelmäßigen Feuerwehr-Demonstrationen und -Wettkämpfen. (In erinnere mich hier gerne an einen alten Buster Keaton Film, wo sich die unterschiedlichen Feuerwehren zunächst geprügelt hatten und alles niedergebrannt war, bis der „Sieger“ feststand.)

Bis zum „Feuerwehr-Gesetz“, durch welches 1890 die Hauptstadt-Feuerwehr und die Feuerwehr für die umliegenden Gegenden gegründet wurden, übernahmen Freiwillige Feuerwehren die Aufgaben. Gegründet wurden diese Freiwilligen Feuerwehren i.d.R. von privaten Bürgern oder lokalen Gremien.

Somit unterscheidet sich Victoria nicht von anderen Staaten.

1860 wurde H.R. Casselli, ein prominenter Architekt aus Ballarat, aufgefordert, Pläne für eine Station für die Feuerwehr in Ballarat-West zu erstellen.

Am 15. Juni 1860 war dann die Grundstein-Legung. 1890 wurde das Gebäude nach hinten heraus erweitert.

Die Ballarat West fire brigade wurde später bekannt als die Ballarat City fire brigade und agierte von diesem Gebäude aus bis in die frühen 1980er.

feuerwehrturm

Der zentrale Turm wurde als Aussicht eingesetzt, um die „zugeordnete“ Gegend visuell ständig beobachten zu können.

  • Queensland

Queensland war bis Ende 1859 Teil von Neusüdwales. Vielleicht liegt hier der Grund, dass ich nichts über eine zu den anderen Staaten vergleichbare Entwicklung gefunden habe.

Da mir allerdings „The Aldine History of Queensland“ vorliegt, kann ich nahezu jede Person namentlich mit deren Einwanderungs-Geschichte aufführen, die eine maßgebliche Positionen in der Feuerwehr-Organisation innehatte.

Sollte jemand einen Beleg haben und die Vermutung, dass Absender oder Adressat etwas mit der Feuerwehr zu tun hatten, überprüfe ich dies gerne.

Ein Beispiel für eine derartige „Lebensgeschichte“ möchte ich aber doch bringen.

Und zwar die Geschichte von George Dannappel, der 1853 in Ostpreussen geboren wurde. Es gab gerade zu Beginn der Besiedlung und des Goldrausches sehr viele Deutsche in Australien. 1890 waren Deutsche mit einem Anteil von partiell über 10% der Gesamtbevölkerung nach den Angelsachsen die stärkste ausländische Volksgruppe in Australien.

http://germany.embassy.gov.au/belngerman/Ger_Aus.html

Hierzu ist die Australian Dictionary of Dates & Men of the Time eine sehr detaillierte Fundgrube aus der auch nachfolgende Details stammen.

1891 zählte man in Queensland 14924 Siedler aus Deutschland und einer davon war George Dannappel. Nachdem er diverse kommerzielle und Handel-Erfahrungen in Königsberg und später dann in London gesammelt hatte, ist er 1881 nach Queensland gekommen.  Er landete in Queensland und arbeitete für einige Zeit als Schiffs-Makler und Versicherungs-Agent. Er besuchte viele Teile von Süd-Queensland aber auch Charters Towers und die Ravenswood Goldfelder.

1883 ließ er sich dann als sehr diversifizierter Makler (Minen, Lagerware und Aktien) in Townsville nieder.

Er erwarb sich das Vertrauen der Öffentlichkeit und wurde Sekretär der lokalen Feuerwehr.

Da das mit dem Vertrauen so besonders herausgehoben wurde, war es wohl schon etwas besonders, wenn man dieses Amt übertragen bekam.

In Queensland wurde die „Bewegung der freiwilligen Feuerwehr“ bereits 1882 gegründet.

Bereits 1885 wurde sie in eine bezahlte Berufs-Feuerwehr umgewandelt.

Da es keine zusammenfassende Darstellung der Entwicklung gibt – oder von mir nicht gefunden wurde – muss man eben solche Daten und Fakten aus den einzelnen Lebensgeschichten zusammentragen.

Zu vielen anderen Städten werden die Mitglieder des Vorstandes der Feuerwehr in dem oben erwähnten Almanach aufgelistet. Die meisten wurden offiziell von der Regierung auf diesen Posten gehoben, was dafür spricht, dass die Feuerwehr vor Allem eine staatliche Einrichtung war.

Die jeweiligen Leiter der Feuerwehr haben häufiger auch selber für einen Sitz im Parlament kandidiert. Es fällt auf, dass sie fast durchgängig auch in anderen gesellschaftlichen Positionen aktiv war, z.B. als Vorstand des Krankenhauses oder als Friedensrichter etc.

Aus dem Queensland Almanac von 1880 kann die vollständige Ausstattung der einzelnen Stationen der Queensland Volunteer Brigade sowie die Zusammensetzung der einzelnen Teams herauslesen:

Neben erwarteten Positionen wie „Commandant“ und „Major“ gibt es auch „Brigade Adjutant“ und sogar einen „Musketry Instructor“ (für die Bewaffung). Da gerade in den Anfängen, hierüber auch eine vielfältige medizinische Versorgung angeboten wurde, gab es z.B. auch den „Principal Medical Officer“.

Für die drei Batterien (ich nehme an, dass hiermit Löschmannschaften gemeint waren) ist folgende Zusammensetzung dokumentiert:

No. 1 Battery, F : Capt. Webb ; Lieut. J. O. Bourne ; 85 non-commissioned officers and men

No. 2 Battery, F-Capt. Havard ; Lieuts. Campbell and Wilson; 65 non-commissioned officers and men

No. 3 Battery, G-Capt. Bernard; Lieut. Douglas Dr. Purcell; 55 non-commissioned officers and men

Neben den Verantwortlichen deren Ernennung, Hochzeit oder Tod immer eine Erwähnung in der Presse Wert war, gab es auch das namenlose Volk (hier: „and men“).

Im Detail gelistet wurden die Mannschaften von Brisbane, Toowoomba, Ipswich, Warwick, Marybourough, Bundaberg und Rockhampton.

In diesem Almanac findet man sogar eine Auflistung in welcher Straße es wann gebrannt hatte und welcher Schaden entstanden ist.

Ob sich aber ein Interessent für eine Sammlung von Briefen an Adressen, die im Jahr des Erhaltes abgebrannt sind, finden würde, ist eher fraglich.

Quellen und viel weiteres Material:

http://www.worldlibrary.org/articles/queensland_fire_and_rescue_service

Die ultimative Quelle mit mehreren 10.000 Artikeln:

http://trove.nla.gov.au/newspaper/result?q=fire+brigade

http://trove.nla.gov.au/ndp/del/article/114422881?searchTerm=fire%20brigade%20history&searchLimits=l-state=Queensland

  • Neusüdwales

Zu NSW habe ich erstaunlicher Weise fast nichts gefunden. Aber immerhin folgenden Artikel über die Geschichte der Feuerwehr von Wagga.

http://trove.nla.gov.au/ndp/del/article/207526971?searchTerm=fire%20brigade%20history&searchLimits=l-state=New+South+Wales

Die Freiwillige Feuerwehr wurde hier bereits am 7. Juni 1880 etabliert und bestand zu Beginn nur Captain A.T.Bolton und 30 weiteren Mitgliedern sowie einer Handpumpe.

Auch hier wurde zunächst alles privat finanziert.

Um 1895 garantierte dann die Hauptstadtverwaltung einen Zuschuss. Wie auch in anderen Kolonien beteiligten sich auch hier die Versicherungsgesellschaften an der Finanzierung und zwar mit 3d pro 100 Pfund an Risiko-Summe.

Ca. 1900 wurden die Zuschüsse durch die Stadt-Verwaltung wieder gestrichen.

Auf Basis des Feuerwehr Gesetzes von 1909 wurde dann auch die Feuerwehr von Wagga neu organisiert.

(Alle Namen, Dienstgrade und Organisations-Strukturen findet man detailliert im Artikel.)

Es ist hier die Rede von „1. Klasse Feuerwehrmännern“ und „Teilzeit-bezahlten“.

Rang-Unterschiede waren offensichtlich sehr beliebt, zumindest ausgesprochen häufig.

Im Juni 1913 erhielt man von Pferden gezogene Lösch-Fahrzeuge.

Bis Juni 1914 gab es bereits 9 Feuer-Alarm-Stellen und sogar schon eine automatische Sprinkler-Anlage. (Hinweise über vergleichbare Ausstattung habe ich zu keiner anderen der australischen Kolonien gefunden.)

1917 gab es dann das erste Motor-Fahrzeug.

(womit wir perfekt zu den Fahrzeugen auf Briefmarken überleiten)

Zum Schluss

noch ein Artikel des Camperdown Chronicle vom 20. Juni 1952. Auch wenn der Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht mehr zum Ziel dieser Darstellung passt, gilt dies für den Inhalt um so mehr.

Es handelt sich um eine detaillierte Beschreibung der geschichtlichen Entwicklung der „Feuerwehr-Bewegung“ in Australien.

http://trove.nla.gov.au/ndp/del/article/24003476?searchTerm=fire%20brigade%20history&searchLimits=l-state=Victoria

  • Historische Fahrzeuge

Jetzt kommt endlich auch etwas für die Briefmarken-Sammler unter den „Feuerwehr-Fans“.

Es gibt tatsächlich nur einen einzigen Satz, der sich mit der Feuerwehr in Australien auseinandersetzt und die historischen Fahrzeuge abbildet.

Der Satz von 12. Januar 1983 (Michel 820-823; Stanley Gibbons 875-878; Seven Seas 869-872; Comprehensive .. 843-846) enthält 4 schöne Motive.

Von diesen Marken gibt es eine Ersttagsbrief und zusätzlich ein „Presentation Pack“.

Alle Marken gibt es auch als Gutter, von dem ich hier nur ein Beispiel zeigen möchte:

 

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In den unterschiedlichen Katalogen sind die Bezeichnungen/Schreibweisen der abgebildeten Fahrzeuge leicht unterschiedlich.

Ich stelle die Marken in historischer Reihenfolge vor und nicht in der Katalog-Reihenfolge:

  • 1851 Merryweather Manual
  • 1891 Sand Mason Steam Fire Engine
  • 1914 Hotchkiss Fire Engine
  • 1929 Ahrens-Fox PS2

 

  • 1851 Merryweather Manual

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1851 Merryweather Manual

(Michel: Merryweather Handfeuerspritze)

Dieses Fahrzeug wurde von Pferden gezogen und die Pumpen wurden von Hand betrieben.

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Das dargestellte Fahrzeug wurde von einem adligen Schauspieler-Paar erworben, Sir William & Lady Don.

Daher auch die Aufschrift „Lady Don“.

Es wurde für die Gold-Rausch-Stadt Talbot (die ursprünglich Scandinavian Crescent hieß) in Zentral-Victoria zur Verfügung gestellt.

 

Da es offensichtlich nichts gibt, was es nicht gibt; hier ein Link wo man dieses Fahrzeug auf Kaffeebechern abgebildet findet:

http://www.amazon.com/Photo-early-pattern-Merryweather-manual/dp/B00GNXTIRO

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Das in Neuseeland verwendete Exemplar wurde offensichtlich zum Einsatzort geschoben und sah doch etwas anders aus.

 

 

 

 

Und noch weitere 50 Jahre später wurde ein „richtiges“ Fahrzeug daraus

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Quelle und weitere Details:

http://motor.history.sa.gov.au/collections/commercial-vehicles/1909-merryweather-fire-engine

Wer genau hinsieht, erkennt auf diesem Fahrzeug die Aufschrift: South Australia Fire Brigade, wodurch wir dann auch einen Nachweis für diesen Australischen Bundesstaat haben.

Bei diesem Exemplar handelt es sich um das erste motorisierte Feuerwehr-Fahrzeug in Süd-Australien und ist eines der ältesten existierenden Exemplare weltweit.

Eingesetzt wurde es bei der South Australian Metropolitian Fire Brigade, 1882 gegründet wurde und weltweit eine der ersten Feuerwehren war, die von der Regierung finanziert wurde.

  • 1891 Sand Mason Steam Fire Engine

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1891 Sand Mason Steam Fire Engine

(Michel: Shand Mason Dampffeuerspritze)

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Diese Maschine wurde nach den Vorgaben der Sydney Metropolitan Fire Brigade erstellt.

Nachdem sie ursprünglich von Pferden gezogen wurde, wurde diese später durch Lastwagen abgelöst.

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Bis in den 30er Jahren war diese Maschine im Einsatz.

1914 Hotchkiss Fire Engine

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1914 Hotchkiss Fire Engine

(Michel: Hotchkiss Feuerwehrauto)

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Die Basis für dieses Fahrzeug war die französische Kabrio-Limousine (Touring car), die dann von der Sydney Metropolitan Fire Brigade umgebaut wurde.

Zunächst wurden sie nur als „hose carts“ (ich fand leider keine sinnvolle Übersetzung) eingesetzt; später wurden dann eine Kreiselpumpe (??) (rotary pump) und eine Leiter hinzugefügt.

Spezielle Informationen findet man unter:

http://www.vintagedriversclub.com.au/category/image-gallery-car-type/1920-hitchkiss-fire-engine

  • 1929 Ahrens Fox Feuerwehr-Auto

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1929 Ahrens-Fox PS2

(Michel: Ahrens-Fox PS2 Feuerwehrauto)

 

Dieses Fahrzeug wurde in den USA hergestellt und für die Feuerwehr in New South Wales nach Australien gebracht.

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Das charakteristische an diesem schweren und behäbigen Fahrzeug war der große runde Luft-Behälter über der Pumpe.

 

Nicht-philatelistische Hinweise gibt es auch hier in Massen.

Hier ein interessanter Link: http://www.fire-police-ems.com/books/ba3550.shtml

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