LATE FEE und TOO LATE Abstempelungen, sowie andere Stempel, die auf eine gewisse Zeit (relativ, nicht absolut) hinweisen, gibt und gab es in sehr vielen Ländern über viele Jahrzehnte hinweg. Es ist geplant, zu diesem Thema eine Publikation zu erstellen. Daher sammle ich alles verfügbare Material zunächst auf dieser Seite, um es dann schrittweise zu strukturieren und konsolidieren. Über Zusendungen (siehe Impressum) würde ich mich sehr freuen..

POST EARLY IN THE DAY; London 30.07.1937

. POST EARLY IN THE DAY: … Der Stempel weist die Uhrzeit 6:15 PM aus, d.h. am Abend. Hat die Post dann überhaupt noch auf? 1st Day Cover = FDC: Ersttags-Verwendung der Marke SG 464 1st Day Cover wurde handschriftlich hinzugefügt; war dies üblich? Absende-Stempel:
  • LONDON E.C.
    • ??
  • F im inneren Kreis
    • ??
weitere Stempel:
  • Auf der Rückseite gibt es den ovalen Stempel:
    • W. A. HENDERSON & Co // LONDON, E.C.4 // 9, CLEMENTS LANE
    • .
    • E.C. steht für Eastern Central, einem Postbezirk in London; der Brief wurde somit von E.C.4 nach E.C.2 versandt
      • korrektes Porto ???
    • .
    • Absender noch nicht identifiziert
    • .
    • :
Zieladresse / Destination:
  • die Adresse wurde bewusst unleserlich gemacht

GB Late fee Paid May 1892 Front

. Late fee Paid: handschriftlicher Vermerk Absende-Stempel:
  • LONDON E.C.
    • ??
  • MY 24 // 92, d.h. vom 24. Mai 1892
  • es handelt sich offensichtlich um einen Brief innerhalb Englands von London (London E.C. nach Newton Abbott in der Grafschaft Devon)
  • zum üblichen Porto von 1d kam 1d für Late Fee hinzu
weitere Stempel:
  • Auf der Rückseite gibt es den runden Ankunftsstempel “NEWTON ABBOT MY 25 92”
    • :
Zieladresse / Destination:
  • die Adresse ist eine Anwalts-Kanzlei (Bakers + Watts), die es auch heute noch gibt (konkretisieren)
  • Am rechten Rand steht zusätzlich “A Hanes” (?); hierfür wurde definitiv ein anderer Füller verwendet als für die Adresse und für den Porto-Vermerk
Frankatur: 2x SG Type 57 Die II (16 Punkte je Ecke, statt 14) (Nr. 172 – 174, je nach Farbe) von 1881 Es hat den Anschein, als wenn links oben eine weitere Marke aufgeklebt war, Es glänzen noch Reste (?) von der Gummierung und der Abdruck der Perforation auf dem Papier ist deutlich zu sehen. Umschlag:
  • Der Umschlag hat die Breite eines DIN A4-Blattes

Nachfolgend 3 Umschläge aus Großbritannien, die mit der Eisenbahn (T.P.O.) befördert wurden. Zusätzlich gibt es den Gebühren-Stempel “TO PAY // POSTED IN // T.P.O. // LATE FEE // NOT PAID.” in unterschiedlichen Ausführungen. Allgemein gültige Informationen stehen nur beim ersten Beispiel.

GB TPO Late Fee not paid; 24. Aug. 1960

Zieladresse / Destination:
  • die Adresse 8 Palmer Avenue in Willerby wird im Internet aktuell auf BPF 251.000 geschätzt
  • Es gibt aktuelle eine Firma Symonds and Greenham, die die Häuser in dieser Gegend vermarkten
  • Für die Adresse wurde jeweils der gleiche Stempel verwendet
  • .
  • Alle drei Briefe weisen keinen Absender auf
Frankatur: 4x ½ d = 2d mit Michel 257 (1953) oder Michel 258 (1955) Das Inlands-Porto betrugt zu dieser Zeit … Entwertung-Stempel: Runder Stempel mit “NORTH EAST’N T.P.O. NT. UP” bedeutet: Unten steht die Ziffer “2” für .. Das Datum ist 24. Aug. 1960 Gebühren-Stempel: 29mm x 20mm Rechteck Rechter Teil ⅔ durch senkrechten Strich abgetrennt im rechten Teil steht “TO PAY // POSTED IN // T.P.O. // LATE FEE // NOT PAID.” bedeutet? Der linke Teil ist erneut durch einen waagerechte Striche unterteilt im oberen Teil “1D” als Zusatz-Gebühr im unteren Teil “30-2” für ???

GB TPO Late Fee to pay; 5. Jan 1961

Entwertung-Stempel: Runder Stempel mit “MIDLABND T.P.O. UP (NS)” bedeutet: Unten steht die Ziffer “2” für .. Das Datum ist 6. Jan. 1961 Gebühren-Stempel: 51mm x 15mm rechteckig “Posted without late fee // 1d. to pay.” bedeutet?

GB TPO Late Fee not Paid; 11. Jan. 1961

. Entwertung-Stempel: Runder Stempel mit “NORTH EAST’N T.P.O. NT. UP” bedeutet: Unten steht die Ziffer “1” für .. Das Datum ist 11. Jan. 1961 Gebühren-Stempel: 32mm x 25mm mit dickem Rahmen, gerundeten Ecken und nach innen gebogenen Seiten Rechter Teil ⅔ durch senkrechten Strich abgetrennt im rechten Teil steht “TO PAY // POSTED IN // T.P.O. // LATE FEE // NOT PAID.” bedeutet? Der linke Teil ist erneut durch zwei waagerechte Striche unterteilt im oberen Teil “1D” als Zusatz-Gebühr im mittleren Teil “27-31” für ?? im unteren Teil “1” Ich  vermute, dass es sich hierbei um das Postamt handelt, da diese Ziffer mit der Ziffer im Entwertungs-Stempel übereinstimmt
Queensland: < Quelle Queensland Postal History, H.M. Campbell> In einigen Kolonien wurden die Begriffe “Late Fee” und “Too Late” anscheinend Synonym verwendet; nicht jedoch in Queensland. Eine “Late Fee” (Verspätung-Gebühr) musste für alle Briefe bezahlt werden, die zwischen 15 und 30 Minuten vor dem geplanten Abgang der Post aufgegeben wurden. “Too Late” ist eher ein Hinweis für den Empfänger, der die lange Versand-Dauer begründen sollte. “Too Late” ist somit keine Gebühr sondern der Hinweis, dass dieser Brief verspätet aufgegeben wurde und somit auf den nächsten Abgang warten musste. Die Einführung des Late Fee Systems war eine der ersten Amtshandlungen von Thomas Lodge Murray Prior, der am 1. Juli 1861 zum ersten Postmaster-General von Queensland ernannt wurde. Die Gebühr betrug zum Zeitpunkt der Einführung stattliche 6d. Zwei Jahre später begründete er diese Höhe in einem Bericht vor dem Parlament. Die Anzahl der betroffenen Briefe sollte niedrig gehalten werden, da nur für wirklich wichtige und dringliche Post diese Zusatzgebühr bezahlt werden würde. 1871 wurde die Gebühr für den Seeverkehr zu den anderen Australischen Kolonien auf 3d halbiert. Die gleiche Anpassung erfolgte für den Inlands- und den Inter-Kolonialverkehr. Manchmal findet man Briefe, die ohne weiteren Vermerk oder Stempel mit 6d frankiert wurden. Es könnte sich hierbei um 3d+3d Late Fee handeln, aber genauso gut auch für Briefe mit dem doppelten Gewicht. Anfang 1874 wurde Rate für Briefe innerhalb der Kolonie auf 2d reduziert. Selbst als man Briefkästen auf den Zügen installiert hatte, wurde diese Gebühr nach erhoben. Anfang 1877 begann die Southern & Western Railways mit der Implementation der T.P.O’s, d.h. quasi fahrender Poststationen. Ob jetzt ein Brief 1 Minute oder eine Stunde vor der Abfahrt eingeworfen wurde, machte keinen Unterschied. Daher entfiel die Late Fee für T.P.O’s am 24. März 1877. Die Übersee-Rate von 6d sowie die interne und die Inter-Kolonial Rate von 3d (ohne T.P.O) blieben bis 1889. Dann erfolgte auch hier die Absenkung auf 2d. Die Inter-Kolonial-Rate von 2d galt dann auch für weitere Gebiete in Australasien; konkret für Neuseeland, Britisch Neuguinea, Fiji und die Neuen Hebriden. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es noch keinen speziellen Stempel, der auf die Bezahlung der Late Fee hinwies. Alle Briefe, die nach Annahme-Schluss eingeliefert wurden mussten bis zum nächsten Termin waren, wenn die Late Fee nicht bereits aufgeklebt war. Im Oktober 1891 wurde die Übersee-Rate von 6d auf 2 ½ d gesenkt. Ende 1891 wurde auf Grund der gestiegenen Verwendung die Late Fee auch für die Verwendung von Briefkästen wieder eingeführt. Für einen internen Brief betrug sie nur 1d, for inter-Kolonialversand jedoch schon 2d. Zu dieser Zeit kamen die Stempel mit gradlinigen Buchstaben auf. Wenn die Late Fee im Vorfeld aufgeklebt wurde, wurde kein Stempel benötigt. Unter speziellen Umständen – die rechtlichen Voraussetzungen hierfür sind mir noch nicht bekannt – musste diese Gebühr vom Empfänger erhoben werden. Daher wurde in diesen Fällen eine solche Kennzeichnung benötigt. Selbst nach dem Eintritt in den Commonwealth 1901 gab es diese Regelung noch. Innerhalb des Commonwealth wurden 1d erhoben. </Campbell Quelle>