Qualitäts-Einstufungen der geschnittenen Marken der Australischen Staaten

Marken, die 100-150 Jahre bereits als Stückchen Papier durch mehr oder weniger schonende Ablageformen gewandert sind, sehen meistens nicht mehr aus, wie sie damals am Postschalter verausgabt wurden.

Gerade die geschnittenen Ausgaben der Australischen Staaten

– New South Wales (1.Jan 1850 – Jan. 1860)
– Queensland (1860)
– South Australia (1.Jan.1855 – 11. Out. 1858)
– Tasmania (1. Nov. 1853 – 1867)
– Victoria (1852 – 13. Apr. 1859)
– Western Australia ( 1. Aug. 1854 – 1860)

die nur wenige Jahre verfügbar waren, weisen eine sehr hohe Preis-Elastizität im Hinblick auf Qualitäts-Einstufungen auf.

Die Basis der Systematik basiert auf dem grandiosen Werk von Edwin J.F. Delsing “Qualität von Briefmarken; Zur Einstufung der Erhaltung von Briefmarken”.
Delsing weist auf Kriterien, Aspekte und mögliche Systematiken hin; “erlaubt” aber gleichzeitig jedem Sammler seine eigene Metrik und Logik. Jeder soll für sich selber bestimmen dürfen, ob ein fehlender Zahn höhere Abschläge rechtfertigt als z.B. eine dünne Stelle oder ein schwacher Stempel.

Da wir es hier mit einem stark begrenzten Gebiet zu tun haben, wurden die dort beschriebenen Kriterien und deren Bewertung auf diesen speziellen Markt angepasst und an Hand von Auktions-Ergebnissen verifiziert und optimiert. (Zumindest ist dies der Plan.)

Nehmen wir als Beispiel diese beiden Exemplare aus meiner Sammlung zu NSW.

Welche Qualität-Unterschiede gibt es und wie sind diese zu bewerten? Hierbei gilt es, einen ganz wesentlichen Unterschied zu machen zwischen der Bewertung des Marktes und somit der Frage, welchen Prozent-Satz des Katalog-Wertes ich realisieren könnte und meiner persönlichen Bewertung. Beide Zielsetzungen sind wichtig und valide aber halt unterschiedlich.

Sollte ich persönlich  bestimmte Mängel geringer gewichten als der Markt und beim Erwerb einer Marke nicht deren mögliche Verkaufserlöse berücksichtigen, könnte ich erheblich günstiger an solche Marken kommen.

Dieser Artikel wurde in mehreren Iterationen erstellt.

Zunächst habe ich die Kriterien von Delsing auf dieses spezielle Sammelgebiet transformiert. Die angegebenen Prozentsätze stellen Abschläge oder Zuschläge dar (80% Abschlag ergibt somit 20% vom Basis-Wert).

Dann habe ich mich mit 20 unterschiedlichen Marken, die bei Ebay Deutschland innerhalb der letzten drei Monate tatsächlich im Rahmen einer Auktion (mindestens 10 Bids) verkauft wurden, auseinandergesetzt und die beschriebene Logik angewandt. Ich habe hier keine Auswahl getroffen, aber es gab nicht mehr.

Ich muss feststellen, dass eine Vielzahl der Kriterien in der Praxis häufig kaum bewertbar sind oder halt nicht objektiv oder nicht nachvollziehbar.

Somit habe ich nicht nur die Metrik, Gewichtung und Rechenlogik angepasst sondern auch unter die jeweiligen Kriterien einen “Praxistipp” angefügt und Vereinfachungen vorgeschlagen.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass die Parameter zur Berechnung darauf abzielen, einen bei Ebay in Deutschland erzielbaren Preis zu ermitteln. Für Auktionsware sind diese bestimmt andere. Hierfür liegen mir aber leider zu wenig Ergebnislisten vor.

Jeder der so arbeiten möchte, sollte sich eine individualisierte Version erstellen, da jeder die Welt anders sieht. Gerne stelle ich ein NUMBERS- oder EXCEL-Template zur Verfügung.

Ein “Mangel” ist die Abweichung vom Optimum:

Das “Optimum” ist nach meiner Auffassung kein objektives Kriterium, welches für alle Marken aus allen Ländern und zu allen Zeiten identisch ist. Wenn eine bestimmte Marke zu einer Zeit gedruckt und perforiert wurde, wo nur dickes Papier zur Verfügung stand und die Nadeln zur Perforation bereits abgenutzt waren oder fehlten, liegt das “Optimum” dieser Marke weit unterhalb des Üblichen. Diese Marke bekommt man aber nicht besser, daher halte ich für diesen Fall auch keine Abschläge für gerechtfertigt.

Der Markt muss dies aber nicht genauso sehen.

“Optimum” ist somit für mich die technisch bestmögliche Qualität einer Marke

Delsing hat verschiedene “Mängel-Kategorien” gelistet, die ich im einzelnen behandeln werde:

 

Einzelne dieser Kategorien sind sicherlich für alle Marken identisch zu bewerten, manche aber auch nicht.

Gerade die Marken der Australischen Staaten zeichnen sich durch Sondersituationen auf Grund von fehlenden Ressourcen aus ( Verfügbarkeit des richtigen Papiers, des korrekten Stempels oder der intakten Perforation-Maschine etc…). Dies macht dieses Sammelgebiet so faszinierend, schwierig und abweichend vom Mainstream.

Das Ergebnis meiner Untersuchung ist mir zu diesem Zeitpunkt noch völlig unklar. Es wäre für mich aber nicht unwahrscheinlich, wenn für die Marken dieser speziellen Periode andere Metriken zur Ermittlung von marktgerechten Preisen auf Basis der Qualität herangezogen werden müssten.

Zu Beginn hat mich mal interessiert, welche dieser Kriterien in Auktionskatalogen erwähnt werden und somit offensichtlich einen Einfluss auf die Preisfindung haben. Hierzu habe ich 3 Kataloge von Mossgreen Auctions aus dem Jahre 2016 herangezogen für die Australischen Staaten und ebenfalls 2 Kataloge von Gärtner für Marken aus Deutschland (bis zur identischen Anzahl von Marken). Damit zumindest das Alter der Marken vergleichbar ist, habe ich hier die Altdeutschland gewählt, allerdings hier auch einzelne gezähnte Marken mit berücksichtigt.

Eine Marke wird nur dann gezählt, wenn auf einen dieser “Mängel” gezielt hingewiesen wurde. In diesem Fall wird dann auch jeder andere erwähnte Mangel gezählt. “Mangel” ist in diesem Zusammenhang der falsche Begriff, besser wäre Qualitäts-Kriterium, da “vollständiger Original-Gummi” genauso gezählt wurde, wie “defekter Gummi”. Hier geht es ja nur darum, welche Kriterien für die Bewertung relevant waren.

 

verwendete Qualitätskriterien in Auktionskatalogen

Kriterium N.S.W QLD SA TAS VIC WA kumuliert Alt-Deutschland
Anzahl Marken 20 5 10 32 9 20 96 96
Schnitt 20 5 10 31 9 20 95 47
Zähnung 0 20
Zentrierung 2 2  3 7 1
Druckqualität 0 2
Papiererhaltung 2 1 3 1
Farbqualität 1 3 4 36
Büge und Falten 1 2 1 2 6 9
Dünne Stellen 3 1 6 2 12 14
Abschürfungen 2 2 3
Risse, Stiche, Schnitte 1 4 1 6 4
Flecken 1 2 2 5 4
fehlende Teile 0  0
Reparaturen 1 1 1 4 1 8 10
Stempel-Typ 7 2 2  10  9 30 38
Stempel-Inhalt 11 1  3  13  9  37  44
Stempel-Abschlag  6  1  5  4  16  2
Stempel-Position 11
Gummierung 32

Das Kriterium Echtheit wird bei Auktion-Ware vorausgesetzt und daher nicht berücksichtigt.

Auch wenn dies sicherlich nicht repräsentativ ist und z.B. bei anderen Auktionshäusern zu anderen Ergebnissen führen würde, sind einige tendenziellen Unterschiede doch signifikant.

Es werden in Zukunft weitere Vergleiche durchgeführt und die Anzahl der untersuchten Objekte steigen aber für beide Gruppen gleich bleiben.

Die Anzahl der umgestempelten Marken war bei den Australischen Staaten sicherlich vergleichbar zu Altdeutschland. Dennoch erwartet offensichtlich dort niemand mehr eine Gummierung. Dieses Kriterium wurde in keinem der fast 100 Fälle überhaupt nur erwähnt. (Nochmal zur Erinnerung: Ein Hinweis auf Originalgummi hätte hier genauso gezählt wie ein Hinweis auf fehlendem Gummi.) Für deutsche Marken ist dies für fast jede dritte Marke von Bedeutung.

Die Hitliste der relevantesten Kriterien wird aber eindeutig durch den “Schnitt” angeführt. Wenn man bedenkt, dass 20 Meldungen in Deutschland zur Zähnung kommen, dann wurde für ca. 60% aller Marken erwähnt, wieviele der vier Ränder angeschnitten oder breitrandig waren. Für Australien ist dies das zentrale Kriterium überhaupt. Ich werde später versuchen, zu ermitteln, welcher Zustand welchen Einfluss auf den Preis hat.

Bemerkenswert ist der gravierende Unterschied bei der Relevanz der “Farbqualität”. In Australien spielt dies nur in 4% eine Rolle; für die deutschen Marken war die meistens “farbfrische” Erhaltung einen Hinweis in der Beschreibung wert. Die Australischen Staaten weisen eine sehr große Vielfalt an Farbtönungen in den Katalogen aus, so dass ein Vergleich mit der “Original-Farbe” häufig ausbleibt.

Die üblichen Beschädigungen alter Marken (Büge und Falten, Dünne Stellen, Abschürfungen, Risse, Stiche, Schnitte, Flecken) und Reparaturen sind für beide Sammelgebiete absolut vergleichbar. Altdeutschland mit zusammen 44% und die Australischen Staaten kumuliert 39%.

Interessant sind noch einige Unterschiede beim Kriterium “Stempel”. Grundsätzlich wird für beide Gebiete offensichtlich auf die Art des Stempels und den sichtbaren Hinweis (“erzählt der Stempel eine Geschichte?”) hingewiesen. Dies ist nachvollziehbar, da dies auf die Seltenheit hinweist und somit einen relevanten Unterschied im Preis rechtfertigt, der nicht aus der Qualität oder einem Mangel beeinflusst wurde. Ob ein Stempel nun zentral positioniert wurde oder nicht, ist für Australische Marken vollkommen bedeutungslos, für die Deutschen Marken ist dies ein relevanter Faktor. Genau umgekehrt ist die Bedeutung des Kriteriums “Stempelabschlag”.

Im Folgenden werden nun die einzelnen Kriterien in Anlehnung an das Buch von Delsing beschrieben; unter ausschließlicher Betrachtung der Marken der Australischen Staaten.

Es sollen Ansätze gefunden werden, die über möglichst objektive Kriterien zumindest die Rangfolge der Qualität von mehreren Marken zu bestimmen ermöglichen.
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Echtheit

Ich setze die Echtheit von Marken immer voraus. Dies ist natürlich blauäugig und sollte nicht nur bei hochpreisigen Marken in Frage gestellt werden.

Bei “Echtheit” sind alle Aspekte des zu betrachtenden “Gesamtkunstwerkes” zu betrachten und zu berücksichtigen.

Es geht somit sowohl um die Marke selber als auch um die Abstempelung oder die Gummierung. Aspekte wie Nachbesserungen oder Reparaturen bilden eigenständige Kriterien und werden daher hier nicht berücksichtigt.

“Echtheit” ist kein objektiver Zustand sondern ein relativer, der durch den Vergleich zweier Zustände entsteht.

Auch eine Fälschung könnte in diesem Zusammenhang als “echt” eingestuft werden, falls ich z.B. die Exemplare von Fälschern (z.B. Sperati oder Torres) sammle.

Üblicherweise wird bei Echtheit aber der Ausgabezustand der Postverwaltung als Referenz angesetzt, bzw. die Original-Stempel zu einem bestimmten Zeitpunkt etc.

Auf dem Fußballplatz entscheidet einzig und alleine der Schiedsrichter, ob ein Ball die Torlinie überschritten und in der Philatelie ausschließlich der zuständige Prüfer durch ein entsprechendes Attest.

Ich würde das Kriterium somit nicht mit “echt” bezeichnen, sondern mit “Echtheit attestiert”.

Delsing unterscheidet hier 5 “Normal-Stufen” und die Luxus-Stufe (expertengeprüft).

Für ihn ist ein Gefälligkeits-Stempel eine Echtheits-Kategorie. Für mich ist ein Gefälligkeits-Stempel nur ein Stempel-Typ, der somit an anderer Stelle berücksichtigt wird. Natürlich ist der Stempel echt. Aber ebenso natürlich beeinflusst dieser den Wert.

Die Prüfung durch einen Experten und das Ergebnis dieser Prüfung kann auf verschiedene Art und Weise erfolgen.

Zunächst gibt es hier den Prüferstempel, dessen Position auf der Rückseite der Marke entsprechend den Informationen des Michel-Kataloges eine eindeutige Einstufung zulässt. Diese Hinweise, wie sie im Michel-Katalog zu finden sind, habe ich in ausländischen Katalogen noch nicht gefunden.

Nach meiner Kenntnis gibt es in Deutschland gar keinen Prüfer für die Australischen Staaten. Zumindest konnte ich keinen auf der Seite des Bundes Philatelistischer Prüfer finden.

In den Auktions-Katalogen habe ich im ersten Ansatz auch keinen Ansatz für Prüfungen entdecken können.

Bei eBay gab es aber mehrfach den Hinweis wie z.b. “geprüft Bühler”. Dies bedeutet aber nur, dass auf der Rückseite ein Stempel mit dem Literal “Bühler” abgedruckt war. (Für Marken aus der Schweiz kommt das Prüferzeichen Georg Bühler auch gefälscht vor.)

Daher möchte ich dieser Kriterium nur für Einheiten mit einem Schätzwert von über 500€ als relevant ansehen und nur drei unterschiedliche Zustände berücksichtigen: echt laut Photo-Attest, Fälschung laut Photo-Attest (wird man wohl nie zu sehen bekommen) und kein Photo-Attest vorhanden.

Über entsprechende Analysen werde ich versuchen, den Einfluss dieser drei möglichen Zustände zu quantifizieren.
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Praxis-Tipp:
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Es wird gelegentlich in der Beschreibung der Begriff “signiert” verwendet. Dieser bezeichnet aber auch wirklich nichts anderes. Ein Stempel mit zwei Buchstaben oder dem Namen sagt weder aus, dass es sich um einen öffentlichen Prüfer handelt – wer sollte dies sein für die Australischen Staaten – noch etwas über das Ergebnis. Die Marke könnte als gefälscht eingestuft worden sein und das Zertifikat ist “verschwunden”.

“Echt laut Photo-Attest” ergibt einen Aufschlag auf den Gesamtbetrag (vor Berücksichtigung des Stempels) von 10%.

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Schnitt

Dieses Kriterium hat bei Marken der Australischen Staaten eine ganz besonders hohe Bedeutung und muss daher besonders detailliert betrachtet werden.

Dieses Kriterium ist ausschließlich bei “geplant” geschnittenen Marken einzusetzen und nicht bei gezähnten oder gelochten Marken.

Das zentrale Kriterium für die Bewertung des Schnittes ist die Entfernung vom Markenbild.

Eigentliche alle Marken der Australischen Staaten weisen zumindest einen Rand auf. Bei mehreren Randlinien beinhaltet das Markenbild auch zwingend die äußere Randlinie. Es ist daher essentiell, das vollständige Markenbild zu kennen.

Den Postbediensteten ging es um Effektivität und um Geschwindigkeit – sonst wäre die Perforation ja niemals erfunden worden – und nicht um ein schönes und vollständiges Bild. Um so seltener und somit wertvoller ist ein sauberes Schnitt. Vor allem wenn dies auf allen vier Seiten vorzufinden ist. (Alle angrenzenden Marken hätten dann – zumindest an dieser Seite – zwangsweise einen engen Schnitt.

  • Grundsätzlich gibt es hier folgende Zustände, die für alle vier Seiten zu prüfen sind:
    • “beschnitten”; d.h. es fehlt ein Teil vom Markenbild
    • “angeschnitten”; d.h. der äußere Rand ist nicht mehr vollständig sichtbar
    • “knapp”; d.h. hier ist kein einziger Millimeter mehr Luft
    • “vollrandig” oder “breitrandig”; d.h. noch mehr als 0,5 Millimeter Luft; je breiter, je besser

 

wie würde man zum Beispiel diese Marke bewerten:

In der Ecke unten rechts erkennt man sehr schön, dass das Markenbild mit zwei parallelen äußeren Rahmen-Linien abgeschlossen wird.

Unten sind beide Linien über die gesamte Markenbreite zu sehen und werden nicht vom Schnitt berührt.

Links und oben sind aber jeweils nur eine Linie zu sehen, d.h. das Markenbild ist definitiv angeschnitten.

Unten rechts sieht man den Zustand, der als breitsandig bezeichnet werden dürfte. (Da es oben aber wieder viel enger wird, zählt diese Seite als “knapp”.)

Unten rechts sieht man auch “Kerben”. Oder sind dies doch Reste einer Perforation?

Eine Perforation kann zwar verschoben sein, sie ist aber in 99,9% der Fälle parallel zu Markenbild. Wenn unten z.B. 1,5 mm Rand ist, darf dies auch für oben erwartet werden. Dies würde gegen eine Perforation sprechen.

Dummerweise gibt es diese Marke nicht ohne Perforation.

Man muss daher davon ausgehen, dass es sich um eine gezähnte Marke handelt, bei der unten und rechts die Perforation so weit verschoben war, dass durch Abschneiden trotzdem ein Rand blieb.

Hilfreich ist es daher, wenn man  Vergleichsmaterial besitzt, auf dem noch ein Teil des Markenbildes der Nachbar-Marke zu sehen ist. Hierdurch kennt man die Randbreite und weiß zumindest, ob eine Beschneidung zum Zwecke einer falschen Einordnung technisch möglich wäre.

Laut Delsing beruht die Einstufung auf der Breite des engsten Randes.

Für mich persönlich würden andere Kriterien gelten. Wenn z.B. drei Seiten breitrandig sind und eine Seite den Rand berührt, wäre für mich die Qualität höher anzusetzen, als wenn alle vier Seiten sehr eng geschnitten sind aber keine den Rand berührt.

Da es kaum ausreichend Vergleichsmaterial gibt, um festzustellen, wie sich diese Unterschiede in den Ausrufen und vor Allem in den Zuschlägen widerspiegeln, setze ich eine eigene Metrik ein und werde versuchen, diese am Markt zu verifizieren/falsifizieren.

  • Den perfekten Schnitt, d.h.  eindeutig breitrandig, würde ich mit 150% ansetzen.
  • einen engen Schnitt, ohne Berührung mit 100%
  • mit Berührung gibt es noch 60%
  • das Markenbild ist reduziert (angeschnitten) ergibt noch 20%

 

Auf diese Weise werden alle vier Seiten einzeln beurteilt und der Durchschnitt der gewichteten Einzelbewertungen ermittelt.

Die Seite mit dem geringsten Prozentsatz erhält 40%, die nächste 30%, dann 20% und 10%

Drei Seiten breitrandig und eine Seite angeschnitten ergeben somit:

20%*40% + 150%*30% + 150%*20% + 150%*10% = 114%

Eine Seite breitrandig, eine eng und zwei berührt würden ergeben:

60%*40% + 60%*30% + 100%*20% + 150%*10% = 77%

In einem Auktionskatalog fand ich zwei hochpreisige identische Marken. Die eine hatte 4 extrem breitrandige Ränder und die andere 3 gute Ränder und einmal berührt. Nach der obigen Metrik wären 150% bzw. 84% anzusetzen gewesen. In dem praktischen Beispiel wurde die bessere Marke doppelt so hoch angesetzt als die andere. q.e.d.
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Praxis-Tipp:
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Dies ist das wichtigste Kriterium und damit man in der Praxis nicht nur grob rechnet, habe ich hier die Tabelle mit den 34 möglichen Ergebnisse angefügt. (Es wird nicht gerundet sondern es gelten immer nur volle Prozentzahlen.)

Bewertung aller möglichen Schnitt-Kombinationen

(Tabelle als PDF-Download)

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Zentrierung

Dieses Beispiel aus meiner Sammlung zeigt noch einmal deutlich, um was es bei “Schnitt” und “Zentrierung”  geht.

Rechts und links sind die Ränder extrem breit und sogar noch symmetrisch. Unten wird es rechts sehr eng aber es bleibt immer noch Luft zum Markenbild. Oben links dagegen ist das Markenbild im Zweifelsfall schon angeschnitten.

Symmetrie ist ein weiterer Punkt, der bei Elsing zwar angesprochen, laut obiger Tabelle für die Marken der Australischen Staaten aber offensichtlich nicht sehr relevant ist.

Ich persönlich bin der Auffassung, dass Symmetrie bei gut geschnittenen Marken, wie bei diesem Beispiel, einen Aufschlag von 10% verdient.

Wenn alle Ränder extrem eng oder sogar angeschnitten sind, macht Symmetrie für mich dagegen keinen Unterschied mehr aus. (d.h. ab einer Gesamtbewertung des Aspektes “Schnitt” von 80% sind für vorhandene Symmetrie 10% dieser Bewertung zusätzlich zu berechnen.

Im Unterschied zu Elsing würde ich auch eher von “Symmetrie” sprechen und nicht von “Zentrierung”. Dieser Aspekt ist für mich ein Unteraspekt vom Aspekt “Schnitt” und daher abhängig von dessen Bewertung. Ich glaube nicht, dass es sich hierbei um einen objektiven Wertmaßstab handelt, der mit dem Lineal ermittelt werden könnte. Es steht für mich aber außer Zweifel, dass dies einen der Aspekte der Gesamt-Ästehik einer Marke darstellt (genauso wie ein verwischter Stempel etc.) und somit den subjektiven Wert einer Marke erhöht.

Ein Referenz-Beispiel für Symmetrie habe ich bei den Brustschilden gefunden.

In der “philatelie” von Januar 2002 finden sich die Sätze: “In Deutschland war und ist Zentrierung kein Thema, das gesondert zu erfassen ist. Auch die Prüfer sehen sich nicht in der Lage, dieses Kriterium als neuen Qualitätsstandard in der Stellung der Prüfzeichen umzusetzen.”

Dies entspricht den Ergebnissen der “kleinen Marktuntersuchung” von oben. Bei den Australischen Marken ist dies allerdings sehr wohl von Relevanz, da gerade bei den geschnittenen Marken die wirklich sauber zentrierten Marken die absolute Ausnahme bilden. Dies ist auch logisch und beweisbar.

Wenn eine Marke aus der Mitte eines Bogens extrem breitrandig geschnitten wurden, müssen die angrenzenden vier Marken alle zumindest einen sehr schmalen Rand aufweisen. Gleiches gilt im eingeschränkten Maße, für die vier Marken, die an den Ecken angrenzen. Gut geschnittene Marken kommen somit maximal nur bei jeder fünften Marke vor.
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Bildqualität: Druckqualität

Elsing kombiniert hier Kriterien wie von “scharfer Druck” bis “Druck unklar, abgenutzte Platte” mit der Gleichmäßigkeit des Farbauftrages.

Gerade bei den älteren Ausgaben der Australischen Staaten kam es aber sehr schnell zur Abnutzung der Druckplatten und somit einem “unklaren Druck”.

In den ausgewerteten Auktionskatalogen wurde bei ca. 100 Beschreibungen kein einziges Mal die “Klarheit des Druckes” als Qualität-Merkmal berücksichtigt. Gleiches gilt für die Gleichmäßigkeit des Farbauftrages.

Häufig überschneidet sich dies auch mit den Kriterien “Papiererhaltung” und “Farbqualität”.

Ob es sich um eine mindere Druckqualität handelt, das Papier gealtert ist oder die Farbqualität nachgelassen hat, ist mir leider nicht möglich, zu unterscheiden.

Ich würde dies zwar nicht vollständig ignorieren aber nur gering bewerten, wobei ich alle drei Aspekte gemeinsam als “Bildqualität” bezeichne. (Daher findet sich der identische Text an drei Stellen.)

Die Bildqualität würde ich nur drei unterschiedliche Stufen unterscheiden: “klar und frisch”,  “normal”, “verschwommen und verbraucht”.

Aktuell bin ich nicht in der Lage, aussagefähige Bildbeispiele zu präsentieren.
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Praxis-Tipp:
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Ich fasse Druckqualität und Farbfrische zusammen, da die Aufsicht auf die Marke schon den Gesamteindruck “klar und frisch”,  “normal”, “verschwommen und verbraucht” erkennen lässt, die ich dann mit Abschlägen von 0%, 30% und 80% bewerten würde. Die Bewertungen für “frisch” und “normal” liegen dicht beieinander, da faire Unterscheidungen nur selten möglich sind.

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Bildqualität: Papiererhaltung (Tönung)

In den ausgewerteten Auktionskatalogen wurde bei ca. 100 Beschreibungen nur dreimal die “Tönung” als Qualität-Merkmal berücksichtigt.

Häufig überschneidet sich dies auch mit den Kriterien “Papiererhaltung” und “Farbqualität”.

Ob es sich um eine mindere Druckqualität handelt, das Papier gealtert ist oder die Farbqualität nachgelassen hat, ist mir leider nicht möglich, zu unterscheiden.

Ich würde dies zwar nicht vollständig ignorieren aber nur gering bewerten, wobei ich alle drei Aspekte gemeinsam als “Bildqualität” bezeichne. (Daher findet sich der identische Text an drei Stellen.)

Die Bildqualität würde ich nur drei unterschiedliche Stufen unterscheiden: “klar und frisch”,  “normal”, “verschwommen und verbraucht”.

Aktuell bin ich nicht in der Lage, aussagefähige Bildbeispiele zu präsentieren.

Bezüglich diesen Kriteriums ist aber gerade bei den hier betrachteten Marken der Australischen Staaten darauf hinzuweisen, dass gerade selten unterschiedliche Papiersorten, Papierfarben oder auch die unterschiedliche Dicke des Papiers in den Katalogen gesondert vermerkt wurden.

Es handelt sich dann nicht um eine Marke mit unterschiedlicher Qualität sondern ganz eindeutig um unterschiedliche Marken mit unterschiedlicher Katalognummer und häufig auch unterschiedlichen Preis-Bewertung.
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Praxis-Tipp:
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Die Tönung des Papiers entsprechend den Tönungs-Tafeln bei Delsing ist für mich als Farbenblinden nicht ausreichend sicher zu erkennen. Tönungen fallen für mich daher im Zweifel unter Stockflecken, die bei Beschädigungen behandelt werden.

In meiner Metrik gibt es hierfür keine eigenständige Bewertung.

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Bildqualität: Farbqualität

Als Farbenblinder ist mir bei  diesem Kriterium grundsätzlich keine subjektive/objektive Aussage möglich.

Daher kommt es mir sehr entgegen, dass in den ausgewerteten Auktionskatalogen bei ca. 100 Beschreibungen nur viermal die “Farbqualität” als Qualität-Merkmal berücksichtigt wurde.

Häufig überschneidet sich dies auch mit den Kriterien “Papiererhaltung” und “Druckqualität”.

Ob es sich um eine mindere Druckqualität handelt, das Papier gealtert ist oder die Farbqualität nachgelassen hat, ist mir leider nicht möglich, zu unterscheiden.

Ich würde dies zwar nicht vollständig ignorieren aber nur gering bewerten, wobei ich alle drei Aspekte gemeinsam als “Bildqualität” bezeichne. (Daher findet sich der identische Text an drei Stellen.)

Die Bildqualität würde ich nur drei unterschiedliche Stufen unterscheiden: “klar und frisch”,  “normal”, “verschwommen und verbraucht”.

Aktuell bin ich nicht in der Lage, aussagefähige Bildbeispiele zu präsentieren.
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Praxis-Tipp:
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Ich fasse Druckqualität und Farbfrische zusammen, da die Aufsicht auf die Marke schon den Gesamteindruck “klar und frisch”,  “normal”, “verschwommen und verbraucht”, die ich dann mit Abschlägen von 0%, 30% und 80% bewerten würde. Die Bewertungen für “frisch” und “normal” liegen dicht beieinander, da faire Unterscheidungen nur selten möglich sind.

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Beschädigungen: Büge und Falten

Beschädigungen durch Büge und Falten gehören zu den objektiv sichtbaren Kriterien. Dass nur bei ca. 6% der Auktionslose dieser Aspekt erwähnt wurde, liegt nach meiner Auffassung eher daran, dass hierdurch eine Marke häufig bereits als “nicht mehr Auktions-Fähig” disqualifiziert wurde, als dass dieser Beschädigung keine Bedeutung zugemessen wurde.

Der Unterschied von “Bug” und “Falte” wurde bei Delsing derart schön beschrieben, dass ich dies einfach 1:1 übernehmen “musste”.

<Man spricht von einem Bug, wenn die Briefmarke gestaucht wurde, während diese noch auf dem Poststück klebte. Das verbundene Papier verstärkt die Briefmarke und die Belastungen auf die Papierstruktur der Marke werden hierdurch abgeschwächt. Somit ist die Marke nicht vollständig umgeknickt geworden.

Von einer Falte spricht man, wenn die Marke an einer bestimmten Stelle vollständig umgeknickt wurde.>

Delsing hat einen grandiosen Trick beschrieben, wie man Büge (wie ein Wasserzeichen) im verdunsteten Bezinbad erkennt. An der verbogenen Stellen verdunstet das Benzin langsamer oder schneller als an der unbeschädigten Papierstruktur. Hierdurch werden die Büge als helle Linien eindeutig sichtbar.

Da eine Falte – wie oben beschrieben – die Papierstruktur mehr zerstört hat als ein Bug, würde ich eine Falte als erheblich mehr wertmindernd ansetzen. Hinzu kommt, dass man einen Bug durch ausbügeln fast unsichtbar machen kann.

Wenn ich eine Marke an einer Ecke mit der Pinzette waagerecht festhalte und ein Teil der Marke knickt nach unten, hatte eine Marke nach meiner Auffassung bereits 80% des dann ermittelten Wertes verloren.

Daher ist es auch wichtig, dass “Beschädigungen” erst zum Ende der Bewertung in die Metrik einfließen.

Zur Vereinfachung in der Handhabung würde ich alles andere gleichmäßig als “Bug” bezeichnen.

Laut Delsing kann man die Anzahl und die Länge und Intensität der Büge und Falten objektiv messen. Ich stimme zwar der Auffassung zu, dass 17 Falten ein größeren Wertabschlag rechtfertigen als nur 13 Falten (unter der Voraussetzung, dass sie gleich lang, gleich positioniert und gleich intensiv sind).

Ich bin ein großer Freund messbarer Größen, sehe mich aber nicht in der Lage, eine mathematische Gleichung zu entwickeln, die all diese Aspekte korrekt berücksichtigt.

Also muss hier drastisch vereinfacht werden.

Häufig entstehe Büge an den Zähnen, was ja auch nachvollziehbar ist. Da wir uns hier ausschließlich mit den geschnittenen Marken auseinandersetzen, ist diese Form somit ohne Bedeutung.

Die größte Wertminderung erfolgt, wenn die Gefahr besteht, dass ein Teil der Marke sich löst und abreißt.  Dies wurde bereits oben mit dem “Pinzetten-Test” abgehandelt.

Beim Rest geht es um die Optik.

Wenn die Beschädigung nur auf der Rückseite sichtbar ist, sind 20% Abschlag erreicht. Eine Beschädigung, die von vorne sichtbar ist aber das grundsätzliche Markenbild nicht betrifft rechtfertigt 30% Abschlag; ist das Markenbild beschädigt kommen 50% Abschlag zum Ansatz.

Für eine Marke zählt nur der höchste ermittelte Abschlag (jeweils für die Bildseite als auch für die Rückseite). Alle anderen Beschädigungen dieser Kategorie sind dann zu ignorieren.

Folgendes Beispiel habe ich in meiner Sammlung gefunden:

 Unterhalb vom sieht man sehr deutlich den doch recht erheblichen Knick, der quer durch das gesamte Markenbild geht.

Neben einer zerknitterten Marken stellt dies schon die Höchststrafe dar.

Nach der obigen Definition handelt es sich um eine Falte und es besteht auch keine Gefahr eines weiteren Abknickens oder des Verlustes von Teilen.

Dennoch kommen hier eindeutig – und auch gerechtfertigt – die 50% zum Ansatz

Praxis-Tipp:
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Laut Elsing ist der jeweils schwerwiegendste Fehler je Kategorie relevant für die Einstufung. Nachdem ich in der Praxis ein wenig mit der Vielzahl der möglichen Beschädigungen und deren Einfluss auf die Bewertung gearbeitet habe, steigt der Reiz dieses Ansatz immer stärker.

Dieser Text ist identisch bei allen Beschädigungen, da ich diese in zwei Kategorien zusammenfassen werde: in Vorderseite und Rückseite.

Zunächst geht es darum, ob eine Beschädigung objektiv vorhanden ist (z.B. ein Einschnitt). Natürlich reduziert sich der Wert hierdurch. Höhere Abschläge gibt es, wenn die Beschädigung sichtbar ist und besonders hohe, wenn die Beschädigung als störend empfunden wird. Ein kleiner Schnitt, ein Loch und eine kleine Abschürfung würden einzeln ggf. zwar sichtbar sein aber nicht als störend empfunden werden. Die Kombination dieser Mängel klassifiziert diese Marke dann aber eindeutig als beschädigt und minderwertig.

Entgegen den Parametern oben, setze ich jetzt vereinfacht für die Bildseite an 30% Abschlag für vorhanden, 50% für sichtbar und 80% für störend; für die Rückseite gilt 20% Abschlag für vorhanden, 40% für sichtbar und 70% für störend.

Ist die Rückseite nicht sichtbar, z.B. weil bei eBay kein entsprechender Scan vorliegt, werden grundsätzlich 20% abgezogen, d.h. es wird von einer vorhandenen Beschädigung ausgegangen werden, die aber nicht sichtbar ist.

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Beschädigungen: Dünne Stellen

Es gibt sehr viele Ursachen für dünne Stellen bei alten Marken. Am häufigsten erzeuge (!!!!) ich persönlich solche dünnen Stellen durch pure Ungeduld beim Ablösen von Marken oder bei der Entfernung von Falzen.
Ich glaube nicht, dass es einer gesonderten Erklärung bedarf, dass ein Loch eindeutig nicht mehr als “dünne Stelle” durchgeht. Löcher, die durch unsachgemäße Behandlung und nicht durch einen speziellen, wiederkehrenden Prozess im Postbetrieb entstanden sind, sind eine derart massive Beschädigung, dass je nach Größe des Loches immer 80%-100% Wertverlust entsteht.

Da man derartige Beschädigungen meistens nur dann erkennen kann, wenn Licht von hinten auf die Marke trifft, sind Marken im Album in der Regel vor einer Entdeckung geschützt.
Es ist nachvollziehbar, dass sich der Wertverlust nach der Fläche und Intensität ausrichtet.

Bei dünnen Stellen fehlen an dieser Stelle Fasern im Papier, d.h. die Marke ist somit leichter. Wenn man jetzt noch die Größe berücksichtigt – z.B. eine übliche Falzgröße – kann man durch den Gewichtsvergleich mit einer unbeschädigten Marke mathematisch ermitteln, wieviel Prozent an Fasern hier fehlen.

Für Marken in “meiner Preisklasse” finde ich dies etwas zu aufwändig.

Die Intensität würde ich nach folgenden Kriterien festlegen:

  • 80%, wenn die dünne Stelle im Album durch eine nicht unterstützte Sicht als die Bildseite erkennbar ist
  • 50%, wenn die dünne Stelle nur gegen Licht sichtbar ist
  • 10%, wenn die dünne Stelle nur über eine starke Lupe oder ein Mikroskop sichtbar wird

 

Für das Kriterium Fläche würde ich folgenden pragmatischen Ansatz wählen:

  • 80%, wenn die Fläche mindestens doppelt so groß ist, wie ein üblicher Falz
  • 50%, wenn die Fläche einer Falz bis maximal der doppelten Fläche betroffen ist
  • 10%, wenn weniger Fläche als die Größe eine Falz betroffen ist

 

In den meisten Fällen weist eine Marke jeweils nur eine dünne Stelle auf. Sollten es mehrere sein, ermittelt man den Abschlag für größte Beschädigung und rechnet für jede weitere Beschädigung 10% zusätzlich.

Für mich persönlich – jeder darf sich seine eigenen Formeln erstellen – zählt die Intensität in der Bildung des gewichteten Durchschnitts doppelt so viel, wie die Fläche.

Eine kleine Fläche mit hoher Intensität kommt somit auf einen Wert von ((2×80%)+50%)/3 = 70%
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Praxis-Tipp:
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Laut Elsing ist der jeweils schwerwiegendste Fehler je Kategorie relevant für die Einstufung. Nachdem ich in der Praxis ein wenig mit der Vielzahl der möglichen Beschädigungen und deren Einfluss auf die Bewertung gearbeitet habe, steigt der Reiz dieses Ansatz immer stärker.

Dieser Text ist identisch bei allen Beschädigungen, da ich diese in zwei Kategorien zusammenfassen werde: in Vorderseite und Rückseite. 

Zunächst geht es darum, ob eine Beschädigung objektiv vorhanden ist (z.B. ein Einschnitt). Natürlich reduziert sich der Wert hierdurch. Höhere Abschläge gibt es, wenn die Beschädigung sichtbar ist und besonders hohe, wenn die Beschädigung als störend empfunden wird. Ein kleiner Schnitt, ein Loch und eine kleine Abschürfung würden einzeln ggf. zwar sichtbar sein aber nicht als störend empfunden werden. Die Kombination dieser Mängel klassifiziert diese Marke dann aber eindeutig als beschädigt und minderwertig.

Entgegen den Parametern oben, setze ich jetzt vereinfacht für die Bildseite an 30% Abschlag für vorhanden, 50% für sichtbar und 80% für störend; für die Rückseite gilt 20% Abschlag für vorhanden, 40% für sichtbar und 70% für störend.

Ist die Rückseite nicht sichtbar, z.B. weil bei eBay kein entsprechender Scan vorliegt, werden grundsätzlich 20% abgezogen.

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Beschädigungen: Abschürfungen

Als “Abschürfungen” zählen nur Beschädigungen auf der Bildseite einer Marke. Durch die Abschürfung wurde die Druckfarbe entfernt, wodurch an dieser Stelle ein weißer Fleck entsteht.

Delsing unterscheidet bei der Bewertung “störende” und “nicht störende” Abschürfungen” und deren Positionierung am Bildrand oder in der Bildmitte.

Ich persönlich halte es für nachvollziehbar, wenn eine Abschürfung einen Wert genauso beeinflusst, wie eine intensive dünne Stelle, da ich auch hier die Beschädigung von der Bildseite her erkennen kann.

Ich würde daher dieselbe Metrik wie bei dünnen Stellen ansetzen und die Größe noch hinzunehmen.

Da es mehrere Abschürfungen auf einer Marke geben kann, würde ich die schwerwiegendste Beschädigung bewerten und für jede weitere 10% Abschlag einberechnen.

Praxis-Tipp:
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Laut Elsing ist der jeweils schwerwiegendste Fehler je Kategorie relevant für die Einstufung. Nachdem ich in der Praxis ein wenig mit der Vielzahl der möglichen Beschädigungen und deren Einfluss auf die Bewertung gearbeitet habe, steigt der Reiz dieses Ansatz immer stärker.

Dieser Text ist identisch bei allen Beschädigungen, da ich diese in zwei Kategorien zusammenfassen werde: in Vorderseite und Rückseite. 

Zunächst geht es darum, ob eine Beschädigung objektiv vorhanden ist (z.B. ein Einschnitt). Natürlich reduziert sich der Wert hierdurch. Höhere Abschläge gibt es, wenn die Beschädigung sichtbar ist und besonders hohe, wenn die Beschädigung als störend empfunden wird. Ein kleiner Schnitt, ein Loch und eine kleine Abschürfung würden einzeln ggf. zwar sichtbar sein aber nicht als störend empfunden werden. Die Kombination dieser Mängel klassifiziert diese Marke dann aber eindeutig als beschädigt und minderwertig.

Entgegen den Parametern oben, setze ich jetzt vereinfacht für die Bildseite an 30% Abschlag für vorhanden, 50% für sichtbar und 80% für störend; für die Rückseite gilt 20% Abschlag für vorhanden, 40% für sichtbar und 70% für störend.

Ist die Rückseite nicht sichtbar, z.B. weil bei eBay kein entsprechender Scan vorliegt, werden grundsätzlich 20% abgezogen.

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Beschädigungen: Risse, Stiche, Schnitte

Für welche Art der Beschädigung steht denn diese “Marke”?

Diese Marke aus West-Australien steht mit mindestens 900€ im Katalog. Daher wurde sie auch nicht vernichtet, obwohl nun wirkliche alle Arten von schwersten Beschädigungen vorliegen und das Markenbild nur noch dadurch zusammengehalten wird, weil auf der Rückseite eine Folie aufgeklebt wurde.

Eine Marke in dieser “Qualität” bewegt sich natürlich außerhalb des Üblichen. Diese Marke will man oder nicht.

Risse, Stiche und Schnitte wurden hier in eine gleichwertige Kategorie zusammengefasst. Jede dieser Ausprägungen zerstört Teile des Marke physikalisch und unwiederbringlich und rechtfertigt somit massive Abschläge.

Für mich gibt es aber signifikante Unterschiede:

Schnitte:

Bei “Schnitt” unterscheide ich zwischen “Einschnitt” ab “Abschnitt”.

Bei einem “Abschnitt” fehlt ein Teil des Markenbildes. Hier würde ich die Bewertung zwischen “vorhanden” (50%) und “störend” (80%) unterscheiden.

Einen “Einschnitt” würde man einer plan liegenden Marke ggf. gar nicht erkennen. Natürlich ist die Marke trotzdem zerstört. Aber auch hier würde ich zwischen “vorhanden” (30%) und störend (80%) unterscheiden.

Risse:

Ein “Riss” welcher den Außenrand erreicht, ist in meiner Definition ein “Schnitt” und unterliegt der obigen Bewertung.

Ein “Riss”, der innerhalb des Markenbildes beginnt und auch dort endet, hat eher die Tendenz, sich auszudehnen, als ein Schnitt. Ähnlich dem “Abschnitt” würde ich hier zwischen “vorhanden” (50%) und “störend” (80%) unterscheiden.

Stiche:

Wo endet ein “Stich” und wo beginn ein “Loch”?

Als “Stiche” werden Beschädigungen durch “Nadel-ähnliche” Auslöser angesehen. Bei 2mm Durchschnitt würde nach meiner Auffassung somit spätestens die Einstufung als “Loch” erreicht worden sein.

Nicht alle Stiche und Löcher sind Beschädigungen. Sieht man ggfs. nur ein einer zwei Stiche am Rand, könnte diese ein Teil einer Firmenlochung (Perfin) sein und so ggf. den Wert der Marke noch erhöhen.

Es gibt auch “postalische Stanzlöcher”, die einen postalischen Prozess dokumentieren.

Bei diesem Kriterium wäre ich somit sehr vorsichtig. Richtige Beschädigungen kann man aber meistens zweifelsfrei erkennen.

Auch hier würde ich zwischen “vorhanden” (30%) und störend (80%) unterscheiden.

Entsprechend unserer kleinen Statistik von oben, ist dieses kombinierte Kriterium “Risse, Schnitte, Stiche”  für die Sammelgebiete klassisches Australien und klassisches Deutschland von gleichartiger Bedeutung.
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Praxis-Tipp:
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Laut Elsing ist der jeweils schwerwiegendste Fehler je Kategorie relevant für die Einstufung. Nachdem ich in der Praxis ein wenig mit der Vielzahl der möglichen Beschädigungen und deren Einfluss auf die Bewertung gearbeitet habe, steigt der Reiz dieses Ansatz immer stärker.

Dieser Text ist identisch bei allen Beschädigungen, da ich diese in zwei Kategorien zusammenfassen werde: in Vorderseite und Rückseite. 

Zunächst geht es darum, ob eine Beschädigung objektiv vorhanden ist (z.B. ein Einschnitt). Natürlich reduziert sich der Wert hierdurch. Höhere Abschläge gibt es, wenn die Beschädigung sichtbar ist und besonders hohe, wenn die Beschädigung als störend empfunden wird. Ein kleiner Schnitt, ein Loch und eine kleine Abschürfung würden einzeln ggf. zwar sichtbar sein aber nicht als störend empfunden werden. Die Kombination dieser Mängel klassifiziert diese Marke dann aber eindeutig als beschädigt und minderwertig.

Entgegen den Parametern oben, setze ich jetzt vereinfacht für die Bildseite an 30% Abschlag für vorhanden, 50% für sichtbar und 80% für störend; für die Rückseite gilt 20% Abschlag für vorhanden, 40% für sichtbar und 70% für störend.

Ist die Rückseite nicht sichtbar, z.B. weil bei eBay kein entsprechender Scan vorliegt, werden grundsätzlich 20% abgezogen.

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Beschädigungen: Flecken

Auch “Flecken” sind für die Sammelgebiete klassisches Australien und klassisches Deutschland von gleichartiger Bedeutung.

Für Delsing ist ein Fleck nicht gleich ein Fleck. Er unterscheidet zwischen “Stockflecken”, “Farbflecken”, “Ölflecken”, “Klebeband-Flecken” etc.

Da der Marktpreis von dem bestimmt wird, was für die Sammler von Bedeutung ist und was nicht – und ich nicht für andere Sammler sprechen kann – gilt für mich auch hier: was ist für mich von Bedeutung?

Zunächst würde ich unterscheiden, ob der Fleck nachträglich erzeugt wurde oder entstanden ist.

“Stockflecken” gehören für mich auf alten Marken einfach genauso dazu wie Falten bei Menschen. Hier würde ich zwischen “vorhanden” (10%) und “störend” (40%) unterscheiden.

Bei Flecken, die nicht sein müssten, fange ich bei 40% (“vorhanden”) erst an, um dann für “störend” auf 80% zu gehen.
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Praxis-Tipp:
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Laut Elsing ist der jeweils schwerwiegendste Fehler je Kategorie relevant für die Einstufung. Nachdem ich in der Praxis ein wenig mit der Vielzahl der möglichen Beschädigungen und deren Einfluss auf die Bewertung gearbeitet habe, steigt der Reiz dieses Ansatz immer stärker.

Dieser Text ist identisch bei allen Beschädigungen, da ich diese in zwei Kategorien zusammenfassen werde: in Vorderseite und Rückseite. 

Zunächst geht es darum, ob eine Beschädigung objektiv vorhanden ist (z.B. ein Einschnitt). Natürlich reduziert sich der Wert hierdurch. Höhere Abschläge gibt es, wenn die Beschädigung sichtbar ist und besonders hohe, wenn die Beschädigung als störend empfunden wird. Ein kleiner Schnitt, ein Loch und eine kleine Abschürfung würden einzeln ggf. zwar sichtbar sein aber nicht als störend empfunden werden. Die Kombination dieser Mängel klassifiziert diese Marke dann aber eindeutig als beschädigt und minderwertig.

Entgegen den Parametern oben, setze ich jetzt vereinfacht für die Bildseite an 30% Abschlag für vorhanden, 50% für sichtbar und 80% für störend; für die Rückseite gilt 20% Abschlag für vorhanden, 40% für sichtbar und 70% für störend.

Ist die Rückseite nicht sichtbar, z.B. weil bei eBay kein entsprechender Scan vorliegt, werden grundsätzlich 20% abgezogen.

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Beschädigungen: Fehlende Teile

Hier geht es um spezielle Konstellation, wo eine Marke grundsätzlich um zwei – durch eine Perforation verbundenen – Teilen besteht.

Da die “Basismarke” auch ohne “Anhang” gültig, geht dieser häufig verloren (siehe z.B. altes Belgien)

Für die Bewertung unserer geschnittenen Australischen Staaten findet dies keine Bedeutung und Anwendung.
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Reparaturen

Gekennzeichnete Reparaturen waren für die Marken der Australischen Staaten genauso wichtig wie für die Marken aus Alt-Deutschland. Hierbei muss man berücksichtigen, dass ich nur Auktionskataloge ausgewertet hatte, d.h. die Anbieter ware Fachleute und haben für die Richtigkeit und Vollständigkeit ihrer Aussagen gehaftet.

Bei eBay bin ich noch nie auf eine Reparatur hingewiesen worden.

Spätestens hier muss ich erneut darauf hinweisen, dass alle Autoren, weltweit, darauf hinweisen, dass Qualität etwas subjektives ist. Dies gilt somit auch die Preisabstriche, die subjektive Qualitätsmängel mit sich bringen.

Delsing weist auf den Unterschied zwischen “Verschönerung” (z.B. Beseitigung von Flecken) und tatsächlichen Reparaturen (z.B. Anbringen eines fehlenden Zahnes) hin.

Entgegen der am Markt üblichen Meinung bin ich der Auffassung, dass der Wert einer Marke nach einer Reparatur sinkt. Mir ist ein in hundert Jahren “ehrlich verlorener” Zahn erheblich lieber als ein äußerlich perfektes Design, welches nur auf “Schönheitsoperationen” basiert.

Dies gilt für Menschen genauso wie wie Briefmarken.

Auch hier empfehle ich wieder das Buch von Delsing mit vielen Bild-Beispielen über die Varianten einer möglichen Verschönerung/Reparatur.

Für mich wird somit der ursprüngliche Mangel bewertet, so als wenn die Reparatur nicht stattgefunden hätte, und für die Reparatur selber noch 10% abgezogen.

Als Ausnahme zählen für mich nur Reparaturen, die, z.B. durch Hinter-Kleben, ein Fortschreiten der Zerstörung einer Marke verhindern sollen. In solchen Fällen wird nur der ursprüngliche Schaden bewerten und nicht zusätzlich die Reparatur.
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Abstempelung: Stempeltyp

Stempel-Typ und Stempel-Inhalt zählen in beiden geprüften Regionen zu den Kriterien, denen die meiste Bedeutung zugemessen wird. Wie ich finde; auch zu Recht.

Delsing bewertet hier z.B. einen Korkstempel genauso wie einen undefinierbaren Stempel. Eine Feder-Strich-Entwertung ist für Ihn von Vorneherein bereits zweite Wahl.

Für die hier betrachteten alten Ausgaben der Australischen Staaten (ungezähnt, daher die wirklich alten Ausgaben aus den ersten 5 bis maximal 10 Jahren) gelten nun wirklich andere Regeln.

Stempeltypen, die in der Fach-Literatur Erwähnung fanden, sind immer etwas Besonderes. Ein Korkstempel wurde oft in Mangel-Situationen eingesetzt und gibt so einen wichtigen Hinweis auf den Verwendungszweck-Zeitraum.

Eine Feder-Strich-Entwertung kann nun eine “einfache” fiskalische Entwertung sein, zu der die Bewertung bereits im Katalog steht. Manchmal werden aber auch der Name, der Ort und/oder das Datum auf die Marke geschrieben. Dies könnte z.B. eine Railway-Marke eindeutig als eine im normalen Postbetrieb verwendete Marke kennzeichnen.

Nummernstempel weisen genauso eindeutig auf den Ausgabeort hin, wie Orts-Stempel. Für beide Sorten gibt es Kataloge mit unterschiedlichen Ranging entsprechend den Häufigkeiten ihrer Verwendung.
Gerade in den Anfängen der Australischen Staaten hatten die Traveling Post Offices (TPO) eine besondere Bedeutung für die schnelle Entwicklung der Länder. Somit wird mit jedem dieser Stempel auch ein Stück Entwicklung-Geschichte dokumentiert.
Je mehr Literatur man kennt, umso mehr Stempeltypen erzählen eine Geschichte und gewinnen somit an Bedeutung. Seitdem ich Blog zu den “REGISTERED” Stempel von Queensland kenne, die unterschiedliche Orte als unterschiedlich selten und somit wertvoll ausweisen, haben diese Stempel eine Bedeutung für mich erhalten, die sie vorher nicht hatte.
Eigentlich ist jeder Stempel aus der betrachteten Zeitspanne eine Analyse wert. Es gibt für mich somit keine Abschläge, sondern nur Aufschläge.
Wenn der Stempel-Typ Analysen in der Literatur rechtfertigt, gibt es einen Aufschlag von 10%-40%

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Praxis-Tipp:
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In der Praxis fallen “Typ” und “Lesbarkeit” zusammen. Daher steht dieser identische Text an zwei Stellen.

Es geht darum, ob der Stempel zusätzlich zur Marke einen eigenständigen Wert darstellt und eine “Geschichte” erzählt. Ein Nummernstempel ist immer interessant; wenn ich aber nur die Ränder erkennen kann und keine Ziffer, ist er genau so störend, wie ein Killer-Stempel.

Stempel mit Story rechtfertigen 10% auf den ermittelten Gesamtwert. Stempel ohne Story, die das Gesamtbild “stören” rechtfertigen einen 10%igen Abschlag.

Der beschriebene Absolut-Zuschlag kommt noch hinzu.

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Abstempelung: Inhalt / Lesbarkeit

Stempel-Typ und Stempel-Inhalt zählen in beiden geprüften Regionen zu den Kriterien, denen die meiste Bedeutung zugemessen wird. Wie ich finde; auch zu Recht.

Die wesentlichen Aspekte wurden bereits bei den Stempeltypen  beinhaltet.

Für interessante Stempeltypen gibt es Kataloge zu den Inhalten (Ort, Anlässe, Nummern …) die, entsprechend ihrer Häufung, mit R1 – R5 (höchste) bewertet werden.
Da ein Stempel R1 oft nur zu 5€ und weniger gehandelt werden, müssen auch die Aufschläge moderat sein.
Diese Aufschläge richten sich nich nach dem ermittelten Wert der Basis-Marke sondern nach dem Stempel selber.
Einen Stempel “ohne Geschichte” (z.B. Nummer oder Ort sind nicht lesbar) würde ich als störend empfinden und mit 20% Abschlag berücksichtigen.
Bei interessanten Stempel gibt es ein absolut-Aufschlag, d.h. der Aufschlag ist unabhängig von der Marke, auf der sich der Stempel befand.
R1 = 5€; R2 = 10€; R3 = 30€; R4 = 80€; R5 = 120€
gerade hier müssen die Ist-Ergebnisse der Auktionen ausgewertet und eingearbeitet werden.

Praxis-Tipp:

In der Praxis fallen “Typ” und “Lesbarkeit” zusammen. Daher steht dieser identische Text an zwei Stellen.

Es geht darum, ob der Stempel zusätzlich zur Marke einen eigenständigen Wert darstellt und eine “Geschichte” erzählt. Ein Nummernstempel ist immer interessant; wenn ich aber nur die Ränder erkennen kann und keine Ziffer, ist er genau so störend, wie ein Killer-Stempel.

Stempel mit Story rechtfertigen 10% auf den ermittelten Gesamtwert. Stempel ohne Story, die das Gesamtbild “stören” rechtfertigen einen 10%igen Abschlag.

Der beschriebene Absolut-Zuschlag kommt noch hinzu.

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Abstempelung: Abschlag

Abzüge gibt es bei verwischten Stempeln oder wenn der Inhalt nicht klar lesbar ist.

In der Kategorie “Lesbarkeit” habe ich die Bedeutung der “Geschichte” erwähnt, die ein Stempel erzählt. Kann bei einem verwischten Stempel z.B. der Ort oder das Datum nicht mehr gelesen werden können, konnte er somit seine “Geschichte” nicht erzählen. Wenn bei einem Nummernstempel die Ziffern nicht mehr zu identifizieren sind, kann somit auch nicht die Seltenheit nicht eindeutig ermittelt werden.

Ist die Nummer aber eindeutig, ist es mir persönlich egal, ob der Stempel verwischt ist oder nicht.

Auf der anderen Seite trägt ein sauber lesbarer Stempel, der auch nicht zu dominant ist, eindeutig  zum ästhetischen Gesamteindruck bei.

Ist die “Geschichte” nicht lesbar, wird dieses Kriterium nicht gewertet.

Ansonsten gibt es Zuschläge, die bei Orts-Datums-Stempel doppelt so hoch zu gewichten sind wie bei Nummern- oder anderen Stempeln.

Sauber aufgesetzt, kontrastreich in allen Bereichen rechtfertigt plus 10% bzw. 20%.

Etwas dünn oder leicht verwischt gibt es noch einen Aufschlag von 5% bzw. 10%.

Ist der Stempel so dünn oder so verwischt , dass er nur schwer zu lesen ist, gibt es keinen Aufschlag.

Hier folgen natürlich noch Beispiel-Abbildungen, um dies zu verdeutlichen.
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Praxis-Tipp:

In der Praxis fallen “Abschlag” und “Position” zusammen. Daher steht dieser identische Text an zwei Stellen.

Aus Gründen der Vereinfachung zählt beim Abschlag nur, ob alle relevanten Informationen auch ohne Hilfsmittel (Kontrast- oder Farbveränderungen etc.) sichtbar sind und Nummern oder Orte direkt ablesbar sind und nicht durch (z.B. Ausschluss- und Liter-Vergleichs-) Verfahren ermittelt werden müssen.

In diesem Falle stellt es eine Aufwertung des Stempels dar.

Sind diese Kriterien erfüllt, gibt es einen Zuschlag von 20% auf den “Stempel-Wert”, d.h. “Geschichte” plus “Seltenheits-Zuschlag”.

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Abstempelung: Position des Stempels

Die Stempel-Position wurde bei meiner kleinen Auktion-Analyse an keiner Stelle in den Los-Beschreibungen erwähnt.

Nach meiner Auffassung erfolgt dies zu Recht.

Für mich gelten hier dieselben Überlegungen, die auch schon beim Abschlag berücksichtigt wurden.

Ist die “Geschichte” nicht lesbar, wird dieses Kriterium nicht gewertet. Damit alle Angaben auf dem Stempel für die Analyse verwertbar sind und nicht erahnt oder durch “Segment-Vergleiche” ermittelt werden müssen, muss der Abschlag einigermaßen zentriert erfolgt sein.

Einen Zuschlag gibt es auch hier nur wegen der Ästhetik. Einen wertsteigernden Aspekt, wie z.B. Seltenheit kann ich hier nicht erkennen.

Zentriert ergibt plus 5%, bzw. 10% bei Orts-Datums-Stempel.

Grundsätzlich wird dieser Aspekt aber bei mir sehr niedrig Gewichten.

Hier folgen natürlich noch Beispiel-Abbildungen, um dies zu verdeutlichen.
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.Praxis-Tipp:

In der Praxis fallen “Abschlag” und “Position” zusammen. Daher steht dieser identische Text an zwei Stellen.

Aus Gründen der Vereinfachung zählt beim Abschlag nur, ob alle relevanten Informationen auch ohne Hilfsmittel (Kontrast- oder Farbveränderungen etc.) sichtbar sind und Nummern oder Orte direkt ablesbar sind und nicht durch (z.B. Ausschluss- und Liter-Vergleichs-) Verfahren ermittelt werden müssen.

In diesem Falle stellt es eine Aufwertung des Stempels dar.

Sind diese Kriterien erfüllt, gibt es einen Zuschlag von 20% auf den “Stempel-Wert”, d.h. “Geschichte” plus “Seltenheits-Zuschlag”.

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Gummierung

Auf Basis der Auktionskataloge ist die Art und Qualität der Gummierung ohne Bedeutung.

Es gibt klassische Marken, die nur über die Gummierung unterschieden werden können. In diesem Fall, zählt Gummierung für mich zur Identifikation bzw. zur Bestimmung der Echtheit einer Marke.

In allen anderen Fällen ist mir dies recht egal.

Da es aber nachvollziehbar ist, dass eine Marken mit vollständigem Gummi seltener ist, als eine ohne, würde ich 10% aufschlagen.

Dieser geringe Prozentsatz und die niedrige Gewichtung resultiert aus der Gefahr von Fälschungen in diesem Umfeld, die bei Scan-Abbildungen (z.B. bei eBay) einfach nicht erkennbar sind.
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  • Metrik (Rechenbeispiele)

Was fängt man denn jetzt an, mit all den Kriterien, Gewichten und Prozentsätzen?

Ich persönlich habe mir eine Tabellenkalkulation erstellt, wo ich die Kriterien etc. eingetragen habe. Zur Vereinfachung habe ich für mich Kriterien zusammengefasst, wie dies oben alternativ als Praxis-Tipp beschrieben wurde.

Um auf einen marktgerechten Wert zu kommen (dieser ist für unterschiedliche Märkte wie Deutschland und Australien ggf. unterschiedlich), muss zunächst die Messlatte auf 100% gelegt werden.

Eine Marke ohne Beschädigungen und mit durchschnittlich bis leicht überdurchschnittlicher Erhaltung erzielt trotzdem nicht 100% vom Michel-Katalog.

Üblicher Weise ist dieser “Basis-Prozentsatz” bei umgestempelten Marken doppelt so hoch, als bei gestempelten und teuren Marken höher als bei preiswerten. Bei den alten Marken wird der Erhaltungszustand objektiv nach den hier verwendeten Kriterien aber bereits berücksichtigt.

Die Wert-Ermittelt sieht aber einen Aufschlag von 20% auf den für Marke alleine (ohne Stempel) ermittelten Wert vor, wenn ein unbeschädigter Original-Gummi ohne Falzreste etc. vorliegt.

  • Ansonsten werden folgende Werte für 100% angesetzt in Abhängigkeit vom Katalogpreis:
    • über 500€ => 25%
    • 100€ bis 500€ => 20%
    • unter 100€ => 15%

 

Ich habe alle tatsächlich auf eBay getätigter Verkäufe der letzten 3 Monate mit mindestens jeweils 10 Geboten über diese Logik bewertet.

Von den 20 unterschiedlichen Losen, lag bei 10 Losen der Zuschlag bei über 40% oder unter 10% vom Katalogpreis. Dies sind für mich Besonderheiten, die bei eBay halt immer wieder geschehen können. Diese Ausreißer abbilden zu können, kann nicht Sinn der Analyse sein.

Viele, viele Tage habe ich an den Einstellungen, den Gewichten und an den Formeln gedreht und konnte kein besseres Ergebnis erzielen, als das hier vorgestellte. Zumindest bei 6 Losen lag ich innerhalb der Spanne von +/- 20%.


 

NSW 3 Mi.400€

NSW 3

 

Zuschlag: 87,50€

meine Kalkulation: 80,22€

11 Gebote von 7 Bietern

 


NSW 4c (Preis von 4a 300€)

NSW 4 c (ich vermute 4a)

kein bläulich gestreiftes Papier, daher ggf. 4a

Zuschlag: 30,80€

meine Kalkulation: 30,18€

11 Gebote von 10 Bietern


NSW 4a Mi. 300€

NSW 4a

 

dieses Papier ist bläulich, daher vermute ich 4b (180€ an Stelle von 300€), aber die Farbe stimmt nicht (s.u.)

Zuschlag: 27,30€

meine Kalkulation: 28,04€

10 Gebote von 8 Bietern


NSW 4b Mi. 180€

NSW 4b

Zuschlag: 23,30€

meine Kalkulation: 22,93€

10 Gebote von 6 Bietern


NSW 11 Mi 13€

NSW 11

Zuschlag: 11,39€

meine Kalkulation: 2,62€

10 Gebote von 6 Bietern


NSW 1 Mi. 440€

NSW 1

 

Zuschlag: 36,00€

meine Kalkulation: 35,90€

18 Gebote von 10 Bietern


 

NSW 9 Mi. 950€

NSW 9

 

Zuschlag: 132,00€

meine Kalkulation: 148,20€

15 Gebote von 7 Bietern

 


NSW 2 Mi. 200€

NSW 2

 

Zuschlag: 25,09€

meine Kalkulation: 52,44€

11 Gebote von 5 Bietern


NSW 5II Mi. 48€

NSW 5II

 

Zuschlag: 38,39€

meine Kalkulation: 13,10€

15 Gebote von 5 Bietern


NSW 6

NSW 6 Mi. 140€

 

Zuschlag: 56,89€

meine Kalkulation: 36,90€

20 Gebote von 5 Bietern


NSW 20 Mi. 260€

NSW 20

 

Zuschlag: 36,10€

meine Kalkulation: 33,07€

12 Gebote von 8 Bietern


TAS 1 Mi. 1.200€

TAS 1

 

Zuschlag: 153,99€

meine Kalkulation: 136,50€

41 Gebote von 10 Bietern


SA 4a (laut Beschreibung an drei Seiten repariert) Mi. 850€

 

laut Beschreibung an 3 Seiten repariert

Zuschlag: 45,50€

meine Kalkulation: 117,81€

24 Gebote von 4 Bietern


TAS 3 Mi. 1.100€

 

Zuschlag: 61,00€

meine Kalkulation: 117,32€

16 Gebote von 7 Bietern


TAS 8 Mi. 140€

TAS 8

 

Zuschlag: 26,76€

meine Kalkulation: 22,48€

10 Gebote von 4 Bietern


VIC 1I Mi. 480€

VIC 1I

 

Zuschlag: 32,50€

meine Kalkulation: 39,65€

13 Gebote von 6 Bietern


VIC 7b Mi. 25€

VIC 7b

 

Zuschlag: 23,49€

meine Kalkulation: 5,09€

14 Gebote von 7 Bietern


WA 5B Mi. 400€

WA 5B

 

Zuschlag: 38,12€

meine Kalkulation: 71,72€

10 Gebote von 6 Bietern


WA 4Ba, Mi. 900€ (kein Scan von Rückseite angeboten)

 

 

Zuschlag: 118,48€

meine Kalkulation: 155,25€

12 Gebote von 7 Bietern

 


Periodisch werde ich die Formeln am Markt kalibrieren und hier geänderte “Testreihen” (mit geänderten Gewichten und Prozentsätzen) präsentieren.

Sobald mir sinnvolles Material zur Verfügung steht, werde ich versuchen, diesen Ansatz auch an der Praxis der Auktionshäuser zu messen.

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  • Resümee

Nach über 7.500 Worten muss trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – festgestellt werden, dass es keine absolute und vor Allem keine objektive und überall einsetzbare Wahrheit gibt.

Die oben beschriebene Methodik und die von Delsing weichen nur rudimentär voneinander ab. Eine Einstufung A-E ist sicherlich einfacher und somit auch pragmatischer als die Berechnung von 52% oder 48%.

Es gibt auch keine Möglichkeit, die Verfahren am Markt zu validieren. Der Markt spiegelt immer nur wider, welchen Preis die Parteien zu einem bestimmten Zeitpunkt für angemessen gehalten haben.

Und genauso sind diese Verfahren zu verstehen. Dadurch, dass man die Kriterien für sich persönlich und passend auf das jeweilige Sammelgebiet ausgewählt, beschrieben, bewertet und gewichtet hat, kann der Vergleich der Qualitätsstufen zweier Marken als objektiv gelten.

Für Marken mit einem Katalog-Wert von über 1.000€ gelten andere Kriterien oder Gewichtungen als für Marken mit einem Wert von unter 100€; für geschnittene Marken der Australischen Staaten von 1860 gelten andere Kriterien als für gezähnte Marken der DDR von 1960.

Auch in der Philatelie gilt “Besser ist der Feind des Guten” und es ist somit sinnvoll “Besser” von “Gut” unterscheiden zu können.