Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle beschrieben, wie spannend und informativ es sein kann, auch große Mengen von Massenware zu untersuchen. Im Artikel “Der Papierkorb kann warten” ging es um Marken aus Victoria.

Danach habe ich aus allen Dubletten-Alben 700 Exemplare der 1d mit den Wertstufen in allen 4 Ecken zusammengetragen und begonnen auszuwerten.

Wenn man wochenlang immer dasselbe Design prüft, strengt dies sehr an und die Konzentration leidet ganz beträchtlich.

Daher fange ich parallel mit der Analyse der 2d im gleichen Design (QLDWT4) an. In Summe besitze ich hierzu sogar 843 Exemplare, so dass ich hoffe, vielfältige Varianten darstellen zu können.

QLDWT4 2d (Die 1, Types 2/1 // 4/3)

 

Die frühe Variante (Michel 96) mit dem Wasserzeichen “Krone über Q” steht mit 30 Cent für eine gebrauchte Marke im Katalog. Mit Michel 113 und somit der neuen Platte kostet diese Marke immerhin schon 5€

Ab 1907 gab es dann die Varianten mit dem Wasserzeichen “runde Krone über A”. Die Variante Mi 116 C II, d.h. mit der hellen Stirn und der besonderen Zähnung 13:11 – 12 ½ kommt gebraucht auf 6€, die anderen auf 50 Cent bzw. 1€.

Im Michel Katalog von 1997 wurde bereits darauf hingewiesen, dass zusätzlich mit einer neuangefertigten Platte gedruckt wurde. In dieser Version berühren weder Krone noch Haarknoten das innere Oval. Unterschiedliche Bewertungen erfolgten aber erst später.

 

Ermittlung der möglichen Besonderheiten laut Katalog

  • Michel listet dieses Design unter:
    • WZ 6 (Krone über Q)
      • P 12-13
        • Nr. 96: blau
      • P 12 ½ – 13
        • Nr. 113: blau
    • WZ 10 (Krone über A)
      • blau
        • P 12 ½ – 13
          • Nr. 116 A I (Type II)
          • Nr. 116 A II (Type III)
        • P 13:11 – 12 1/2
          • Nr. 116 C II

Bei Stanley Gibbons gibt es 12 Varianten. Es werden zusätzlich unterschiedliche Farbabstufungen (hell-blau bis dunkel-blau) unterschieden. Als Zähnung gibt es noch zusätzlich P 12 und die Druck-Auffälligkeite “Cracked” erhält eigene Nummern.

 

Typen nach “Queensland Postage Stamps 1879 to 1912” von Kenneth F. Scudder (2016):

Dieser wunderschöne Wälzer, der erst kürzlich erschienen ist, zeigt allerdings eine große Vielzahl von Variationen. Auch wenn dies ggf. nicht preisbestimmend, ist es Wert, die Marken einzeln zu prüfen und zuzuordnen.

Die Marken von 1897 mit 4 Ziffern basieren auf der Druckvorlage für die Marken von 1896 mit nur zwei Ziffern unten. Die vier Ziffern an Stelle von zwei basieren auf einer postalischen Anordnung und dienten dem schnellere Erkennen der unterschiedlichen Wertstufen bei aufgeklebten Marken, vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen, da dort die Farbe als Unterscheidungsmerkmal nicht zur Geltung kommt.

Diese 2d Marken waren die ersten, die in diesem Design mit den 4 Ziffern gedruckt wurden.

Die Druck-Basis wurde immer für eine Einheit von 4 Marken erstellt und nennt sich “Die”. Ein “Die” kann somit aus bis zu vier unterschiedlichen Typen bestehen.

Erwartungsgemäß findet man auch bei über 800 Marken nicht alle Varianten; aber was dabei war, möchte ich hier zeigen.

Die I:

QLDWT4 2d Die 1 4 Types (2/1 // 4/3)

 

Ein Glücksfall zur Beschaffung von eindeutigem Referenz-Material ist es natürlich, wenn man eine solche Einheit findet, auf der alle 4 Typen ersichtlich sind.

Es gibt häufig mehrere Unterscheidungsmerkmale, die aber nicht immer alle je Marke sichtlich sind. Es wurde hier jeweils nur das prägnanteste genannt und gezeigt.

Auf Grund eines Kennzeichens, welches ich erst sehr viel später erkannt habe (s.u.), handelt sich hierbei eindeutig um die Plate 2. Beim Typ 2, d.h. oben links, sieht man, dass das innere Oval oberhalb des zweiten   “E” von “PENCE” für einen kleinen Bereich doppelt ist.

Typ 1 (oben rechts):

Dieser Typ ist am einfachsten zu erkennen, da es zwei recht eindeutige Kennzeichen gibt.

QLDWT4 2d Die 1 Type (broken line)

 

Zum einen ist die 7. Schattierung-Linie der Hals-Brust-Partie unterbrochen, d.h. man sieht in der Mitte des Halses einen weißen Punkt.

Beim Zählen beginnt man erst mit der ersten vollständigen Linie, von unten nach oben. Die erste untere Linie ist nur ein Fragment und zählt daher nicht.

QLDWT4 2d Die 1 Type 1 (2 touches bottom line)

 

Oft ist dieses Kriterium offensichtlicher und der Punkt kann dann noch zur Absicherung gesucht werden.

Die “2” unten links weist diverse Formen und Verbindungen auf. Wichtig ist, dass die Spitze der “2” mit der vollständigen Ecke verbunden ist, d.h. sowohl den linken als auch den unteren Rahmen berührt.

Als Sonderform gibt es ist die “Cracker”-Variante, die weiter unten als Besonderheit beschrieben wird. Da der “Bruch = Cracker” über den Hals- und Brustbereich geht, ist der Punkt nicht mehr sichtbar, da Verbindung der “2” jedoch schon.

Es wurden 123 Marken diesen Typs gefunden.

Da ich auch Marken mit einem weißen Punkt in der unteren linken Ecke gesehen habe, die der “2” das entsprechende Aussehen verleihen, sollte darauf geachtet werden, dass beide Kriterien erfüllt wurden.

No 1

QLDWT4 Plate 1 od. 2 No 1 od. 2 top

 

Die Beschreibung lautet “ein kleiner farbiger Punkt an der Verbindung zwischen dem Strich nach unten und dem Fuß”. Diese drei Marken habe ich gefunden mit tendenziell vergleichbarer Kennzeichnung (alle aus Type 1). Die beiden Marken links stimmen ziemlich gut überein, da dort die “2” auch vergleichbar verwaschen ist.

Bis hier ist die Beschreibung identisch mit Flaw No. 1 in Plate 2.

QLDWT4 Plate 1 od. 2 No 1 od. 2 Marke

 

Nur bei der Marke ganz rechts konnte ich aber auch das zweite Kennzeichen feststellen: Ein Bruch in der dünnen farbigen Linie unterhalb der “2” links unten.

In diesem Bruch solle es dann noch einen farbigen Punkt von 0,5 mm Durchmesser geben. Nach meiner Einschätzung ist dieser Bruch aber nicht groß genug. Erst mit dem Mikroskop kann man erkennen, dass es zwei Brüche sind, bzw. ein Bruch, der einen Fleck enthält.

Als drittes Kriterium wurde angefügt, dass der linke Rahmen keine farbige Außenseite enthält oder verengt ist. Beides konnte ich nicht feststellen.

 

 

Typ 2 (oben links):

Die “2” links berührt keine der beiden Rahmenlinien. Relevant ist hier eigentlich nur der linke senkrechte Rahmen. Da auch die anderen Typen diesen teilweise nur ganz leicht berühren, muss man unter der Lupe zwischen weißem Rahmen und weißer Zahl eine dunkle Fläche eindeutig erkennen können.

So klar und eindeutig, wie in diesem Beispiel unten, findet man es selten. (Und je Marken ich betrachte, um so unsicherer werde ich.)

QLDWT4 Die 1 Types 2 / 1

 

Das zweite Kriterium ist ebenfalls nur sehr schwer zu erkennen.

Das Dreieck links oben (wo die “2” enthalten ist) hat eine eigene weiße Rahmenlinie, wird aber auch noch durch eine weiße Linie des Außenrahmens umrahmt.

Die innere weiße Linie reicht nicht bis zur äußeren Ovallinie.

Dies ist ebenfalls bei Type 4 der Fall, nur dass dort die “2” mit der Spitze den linken Rand berührt.

 

Es wurden 130 Marken diesen Typs gefunden (wobei ich eine erhebliche Fehlerrate vermute.).

No 1

QLDWT4 Plate 1 od. 2 No 1 od. 2 top

 

Die Beschreibung lautet “ein kleiner farbiger Punkt an der Verbindung zwischen dem Strich nach unten und dem Fuß”. Diese drei Marken habe ich gefunden mit tendenziell vergleichbarer Kennzeichnung (alle aus Type 1). Die beiden Marken links stimmen ziemlich gut überein, da dort die “2” auch vergleichbar verwaschen ist.

Bis hier ist die Beschreibung identisch mit Flaw No. 1 in Plate 1.

 

 

Typ 3 (unten rechts):

QLDWT4 Die 1a Type 3

 

Auch hier gilt als Kennzeichen die Linie im oberen linken Dreieck, die das Oval berührt, d.h. identisch mit Type 3. Weder dort noch hier kann ich es richtig nachvollziehen.

Das zweite Kriterium ist die unterbrochene farbige Linie unterhalb des rechten Endes der “2” unten links. Bei diesen alten Marken sind solche Linien sehr häufig und vielfältiger Form durchbrochen.

Bei der Durchsicht ist mir aufgefallen, dass eine spezielle Form (Ort, Länge, Intensität) relativ häufig auftritt. Oben ist es relativ schlecht zu erkennen, daher hier ein weiterer Detail-Scan.

 

QLDWT4 Die 1a Type 3 Detail

 

Von der Druckvorlage dieser 4 Marken (quadruple die) gab es zwei Zustände. Dieser spezielle Durchbruch kommt nur im zweiten Zustand vor. Für die Platte 1 ist dies unbekannt; für Platte 2 und 3 jedoch schon.

Die 1 und Die 1a fanden sich durchaus gemischt auf einer Platte von 120 Marken wieder.

Es wurden  107 Marken diesen Typs gefunden.

Typ 4 (unten links):

QLDWT4 Die 1 Type 4

 

Auch hier kommt es wieder im Schwerpunkt auf die “2” unten links an. Sie ist vorne an der Spitze mit dem Rahmen verbunden, häufig durch einen klar sichtbaren Punkt. Der “Boden” der “2” ist bei diesem Typ erheblich gerader als bei den anderen Typen.

QLDWT4 Die 1 Type 4 Detail

 

Auch hier hilft am besten ein direkter Vergleich.

Zusätzlich ist – wie beim Typ 2 – beim Dreieck oben links die Linien der unteren Ecke mit dem Oval verbunden.

Beide Kriterien sind – für mich – häufig Auslegungssache. Ich wäre somit dankbar für weitere Hinweise oder Unterscheidungs-Kriterien.

Es wurden 120 Marken diesen Typs gefunden.

weitere Die´s

Im Gegensatz zur 1d-Marke mit den 4-Wertziffern, gab es bei dieser 2d-Variante nur das oben beschriebene Die 1a, bei dem nur der Type 3 einen signifikanten Unterschied aufwies.

Plates 1 – 6

Insgesamt gab es 6 unterschiedliche Platten, die zu unterschiedlichen Zeiträumen eingesetzt wurden.

  • Plate 1
    • Mitte 1897 – Mitte 1900
    • Wasserzeichen C3Q (Krone über Q)
  • Plate 2
    • Ende 1897 – Mitte 1906
    • Wasserzeichen C3Q (Krone über Q)
  • Plate 3
    • Ende 1900 – Mitte 1906
    • Die Variante mit “Cracked Head” erst ab Ende 1901
    • Plate 3a (repariert) nur Mitte 1906
    • Wasserzeichen C3Q (Krone über Q)
  • Plate 4
    • First Redrawn Head
    • Ende 1906 – Anfang 1908
    • Wasserzeichen C3Q (Krone über Q) bis Ende 1907, danach RCA (runde Krone über A)
  • Plate 5
    • Second Redrawn Head
    • Anfang 1908 – Ende 1912
    • Wasserzeichen RCA (runde Krone über A)
  • Plate 6
    • Second Redrawn Head
    • Anfang 1908 – Ende 1912
    • Wasserzeichen RCA (runde Krone über A)

 

Es ist faszinierend, dass man auch bei diesen “Billig-Marken” die Analyse auf Platten-Ebene betrieben kann, da entsprechende Hinweise dokumentiert wurden.

Bei Plate 3 sind z.B. über 50 Einzelpositionen der Marken auf dem Bogen von 120 Marken zuzuordnen.

Lassen wir uns überraschen, was alles zu Tage tritt.

Obwohl grundsätzlich nur die Farbe “Blau” angegeben wird, gibt es eine Vielzahl von Varianten, die sich teilweise im Monats-Rhythmus ändern. Ob eine Marke jetzt “Pale Greenish Blue”, “Pale Blue” oder”Blue” ist, kann die Ausgabe auf April, Mai oder Juli 1905 einordnen. Als Farbenblinder kann ich hierauf leider nicht näher eingehen.

Plate Flaws:

Plate 1:

(April 1897 – April 1900)

Zunächst war diese Platte alle im Gebrauch; ab Dezember 1897 aber parallel zur Plate 2.

Von Plate 1 ist eine Version des “Cracked Head” bekannt, wo der Riss sich auf den Hals begrenzt. In einer späteren Version (Plate 3, no. 45) ist dann auch das Gesicht betroffen.

<leider kein Abbild verfügbar>

Diese Besonderheit gibt es nur bei Type 2. Die Nummer ist unbekannt. Auf Grund der Farbe müsste es sich um eine spätere Ausgabe (April 1900) handeln.

No. 102

QLDWT4 Plate 1 No 102 ??

 

Auch hier bin ich mir ausgesprochen unsicher, da ich kein zweites Exemplar konnte.

Als Kennzeichen gelten “ein vages Gebiet von ca. 1.0 mm Durchmesser oberhalb des gespiegelten S im rechten Ornament.

Zusätzlich gibt es hier noch den “Anschein eines Bartes” an der Spitze des Kinns. Aber auch hier habe ich viele unterschiedliche Versionen gefunden in unterschiedlichsten Längen und Formen.

No. 113

Es gibt mehrere Flaws (113, 115), bei denen eine “dreieckige Erweiterung” an der unteren linken Ecke eine Rolle spielen. Entsprechend der Beschreibung habe ich solche Fälle auch nur bei Type III gefunden.

QLDWT4 Plate 1 Corner extension

 

Es gibt ganz kleine spitze Erweiterungen (rechts), solche, die eher einem Parallelogram ähneln (Mitte) und etwas, das aussieht, dass nicht der Rahmen erweitert wurde sondern hier ein Dreieck fehlt

Als zweites Kriterium wird hier nur angegeben: “eine feine Verengung unter dem unteren Rahmen”.

Leider konnte dies nicht festgestellt werden.

No 115

QLDWT4 Plate 1 Flaw 115

 

Auch hier liegt nur ein Exemplar vor, wodurch die Zuordnung unsicher wird.

Als Kriterien wurden gelistet: “ein kleiner vager Bereich auf dem unter Kringel des umgedrehten S im rechten Ornament”.

Zusätzlich ist hier erkennbar die geforderte dreieckige Verlängerung in der Ecke unten links.

Als drittes Kriterium gibt es eine Verengung unter der linken Hälfte der unteren Rahmen-Linie. Hier sehe ich eher eine doppelte Linie.

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Plate 2:

( Dezember 1897 – September 1906)

neben dem brauen Gummi (alle Types) fallen hier bei allen Marken des Type 2 kleine doppelte Linien innerhalb des Oval über dem 2. “E” von “PENCE” auf.

QLDWT4 Die 1 Plate 2 Type 2

 

Nachdem ich tatsächlich 45 Exemplare mit dieser zweiten Linie gefunden hatte (inclusive. ungestempelter Exemplare), bin ich mir ziemlich sicher, dass dies damit gemeint war.

Hierdurch konnte ich 15 Exemplare dem Type 2 zuordnen, bei denen ich vorher nicht sicher war.

QLDWT4 Die 1 Plate 2 Type 2 ???

 

Dann habe ich aber noch die beiden oben abgebildeten Marken gefunden. Beide weisen eindeutig die zweite Linie oberhalb des “E” auf.

Wenn ich aber die “2” unten links betrachte, sind beide eindeutig nicht Type 2, wo die “2” eben nicht den Rand berührt.

Für Erklärungen wäre ich hier sehr dankbar.

 

 

Plate 3:

(September 1900 – September 1906)

Die Doppelungen von Platte 2 wurden weitestgehend beseitigt, allerdings noch nicht überall. Da diese Platte parallel zur Platte 2 im Einsatz war, kann man leider auch nicht über die Farbe unterscheiden.

QLDWT4 Die 1 Plate 3 cracked

 

Diese zweite Variante mit dem Riss, zeigt diesen nicht nur am Hals sondern auch im Gesicht. Bei Michel wird dies nicht gelistet, bei Stanley Gibbons gibt es sogar 3 Nummern (je nach Zähnung und Farbe). Dies dürfte mit P 12 ½, 13 und Farbe Blau die teurere Variante SG 234a sein. Diese steht immerhin mit 35 BPF im Katalog.

Die erste erkennte Verwendung war am 15. November 1901 und blieb bis Mai 1906.

Plate 3a:

(Juni 1906 – September 1906)

Die Marke mit dem Riss wurde repariert und die Platte neu arrangiert. Die Marke mit dem Riss war Type 1 und wurde ersetzt durch Type 3 (allerdings ohne den Bruch im Rahmen unterhalb der “2”, s.o.).

Die ersten Marken dieser neuen Platte waren von schlechter Qualität. Das mittlere Drittel von Hals und Gesicht, d.h. ungefähr, da wo vorher der Crack war, ist viel dunkler aufgrund vieler farbiger Flecken. Als Begründung hierfür wird ein schlampiges Mischen der Farbe angeführt.

 

 

 

 

Der Nummern-Stempel

Nummernstempel wurden von 1 – 2100 vergeben. Im Buch „The Numeral Cancellations Of Victoria“ sind alle mit ihren unterschiedlichen Ausprägungen (teilweise bis zu 5 unterschiedliche Optionen), dem Gültigkeitszeitraum und der Häufigkeit aufgeführt.

Wichtig ist hierbei der Unterschied zwischen „not rated“ und „NNR = Number Not Recorded“.

„not rated“ bedeutet „üblich“, d.h. diese Nummer berechtigt keinen speziellen Wert. „NNR“ dagegen bedeutet, dass diese Nummer noch nicht gesehen, bzw. gelistet wurde. Gerade hier könnten sich sehr seltene Nummern verbergen.

Alle Nummern, die mit einem oder mehreren „S“ (Scarce = Selten) oder „R“ (Rare = besonders selten) gekennzeichnet wurden, erhalten eine besondere Erwähnung.

Für mich persönlich ist ein Nummern-Stempel dann sammelwürdig, wenn eine ausreichend sichere Zuordnung möglich wurde.

Oft handelt es sich um sogenannte Duplex-Stempel, die aus einem runden Orts-Datums-Stempel und daneben einer Nummer mit oben und unten (teilweise auch noch rechts und links) Balken. Für einen kompletten Stempel benötigt man somit ein größeres Stück einer Ganzsache oder zwei Marken nebeneinander. Wenn man Glück, wurde aber nicht sauber abgestempelt und man findet ausreichend Hinweise zur Identifikation bereits auf einer einzelnen Marke.

d.

 

Der Orts-Stempel

Wie wir oben gesehen haben, gehören die meisten Nummern zu einem Duplex-Stempel, der rechts die Nummer in mehr oder weniger Balken eingebettet hat und links die Kombination aus Datum und Ort; mal mit und mal ohne Umkreis.

Somit kann man den „Nummern-Stempel“ auch ohne Nummer zuordnen und identifizieren.

Zur Identifikation von Ortsstempeln, von denen meistens nur einzelne Buchstaben klar sichtbar sind, ist eine Auflistung aller Orte mit der Zuordnung der Nummern hilfreich.

Hierzu dient z.B. die Literatur 1 und 2. Man sollte die Texte als PDF einscannen und dann mit einem PDF-OCR-Konverter das PDF „lesbar“ machen. Die Suchfunktion im Computer (i.d.R. mit CTRL F) ermittelt dann alle Orte, die diese Buchstabenkombination enthalten.

 

 

Sonstige Stempel

Grundsätzlich bietet ein solches Paket an „Dubletten“ immer viel Vergleichsmaterial zu den Stempeln der Standard-Orte.

Bei den „Sonstigen Stempeln“ sind mir diese vier Kandidaten zuerst aufgefallen. Es handelt sich hierbei um sogenannte „Manuscript Cancellation“.

Ab dem 1. Juli 1901 durften Marken mit dem Zusatz „STAMP DUTY“ nur noch fiskalisch verwendet werden. Davor war aber auch eine postalische Verwertung möglich.

Interessant sind auch immer die Stempel der Travelling Post Offices und andere, die auf eine Bahnbeförderung hinweisen.

Diese „fahrenden Postämter“ gibt es seit 1865. Die Infrastruktur gehörte der Eisenbahn aber die Bediensteten waren der Post zugeordnet. Hier wurde die Sortierung während der Fahrt vorgenommen.

 

 

 

 

Sowohl bei „UNCLAIMED“ als auch bei „PAQUEBOT“ handelt es sich um Nebenstempel, die somit zusätzlich auf dem Brief angebracht werden aber eigentlich nicht zur Entwertung der Marken eingesetzt werden.

„UNCLAIMED“ bedeutet „nicht zugestellt“ bzw. „Empfänger nicht gefunden“.

„PAQUEBOT“ ist ein französischer Begriff und bedeutet „Postschiff“. Französisch war die internationale „Post-Sprache“. Dieser Begriff basiert auf Festlegungen während des Weltpostkongresses in Wien 1891.

Es handelt sich um einen Nebenstempel für an Bord eines britischen Schiffes aufgelieferte Sendungen. Nach den Regelungen ist Schiffspost mit den Marken des Heimatlandes des Schiffes freizumachen, nach Erreichen der Hoheitsgewässer eines anderen Landes aber entsprechende dem dort gültigen Tarif mit Marken diesen Landes.

Wenn Sendungen auf Schiffen den Stempel „PAQUEBOT“ erhalten, gilt dies als Nachweis der ordnungsmäßigen Freimachung mit Marken eines anderen Staates, damit keine Nachgebühr erhoben wird.

(Lexikon, Ulrich Häger)

 

Hier sieht man 3 LATE FEE Stempel in zwei unterschiedlichen Ausprägungen. Auch zu LATE FEE sind gesonderte Artikel geplant. Daher hier nur in Kürze, dass es sich um eine Art Verspätungs-Zuschlag handelt.

Lochungen / Perfins

In diesem untersuchten Bulk waren nur zwei gelochten Marke dabei.

 

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