Wie man die Australischen “Känguruh und Landkarte” Ausgaben sammeln kann — von Janet Klug

(übersetzt von Manfred Klimmeck)

Reprinted with permission. Amos Media Co., Sidney, OH 45365, USA, copyright 2017

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Obwohl Australien im Jahre 1901 eine unabhängige Föderation wurde, konnten die Marken von den Australian colonies in der gesamten Nation bis 1913 weiterhin verwendet werden.

Am 2. Januar 1913 wurde dann eine Serie von Briefmarken durch Australien herausgegeben, die mit 15 unterschiedlichen Wertstufen und Farben alle dasselbe Bild darstellten, ein Känguruh mit der Landkarte (allgemein bezeichnet man dieses Design als“Roo and Map”).

Diese Ausgabe, Scott 1-15, gehen von einer ½-Penny Marke in grün (Scott 1) hoch bis zur zweifarbigen £2 (15) in dunkelrosa und schwarz.

Viele Sammler versuchen natürlich von all diesen Marken jeweils ein Exemplar zu bekommen, aber oberhalb der 2sh braun (Scott 11), wird es doch ausgesprochen teuer, die fehlenden Marken bis zur £2 zu komplettieren.

Zusätzlich zu den Basis-Ausgaben mit dem Motiv „Kangaroo and Map“ gibt es eine lange Liste mit den sammelwürdigen Varianten; jetzt wird es komplex, was leider dazu führt, dass viele Sammler aufgeben, und das ist nun wirklich schlimm.

Statt dessen sollte man sich selber einige Parameter vorgeben, wie weit man mit dieser Serie zu gehen in der Lage und auch gewillt ist und sich weiter daran erfreuen.

Beispielsweise beinhalten die „Roo and Map“ Marken sowohl die Zähnung P 11½ als auch P12 und manche Sammler wollen einfach nicht mit Zähnungsschlüssel arbeiten.

Natürlich kann man ohne die Messung von Perforationen sammeln; aber diese Entscheidung ignoriert dann eine der interessanten technischen Aspekte dieser Ausgaben.

Diese Marken von 1913 weisen das Scott Wasserzeichen 8 auf: Breite Krone und breites A. Selbst wenn man keine Erfahrung im Erkennen unterschiedlicher Wasserzeichen hat, sind diese „Roo and Map“-Ausgaben sehr gut geeignet, damit zu arbeiten. Dies macht nicht nur Spaß, sondern könnte sich auch als wertsteigernd erweisen.

Verwende hierzu eine kleine schwarze Wasserzeichen-Schale und eine Wasserzeichen-Flüssigkeit aus dem Zubehör-Handel — Mögliche Lieferquellen und Hilfestellungen zur Einordnung findet man in jeder Ausgabe von Linn’s.

Lege die Marke mit der Bild-Seite nach unten in die Schale und gebe ein oder zwei Tropfen der Flüssigkeit auf die Rückseite. Es ist dann sehr schön zu sehen, wie sich das Wasserzeichen entwickelt.

Für jede Marke, die man geprüft hat, sollte man die Lage des Wasserzeichens (aufrecht, seitenverkehrt oder liegend) notieren. Wenn man hier seitenverkehrte oder liegende Wasserzeichen entdeckt hat, ist dies ein guter Fund, da die Marke dann einen signifikanten Wert darstellt. Dies rechtfertigt auf jeden Fall die Zeit und den Aufwand einer entsprechenden Prüfung.

Wenn man die Sammlung der „Roo and Map“ Marken über die gesamte Zeitspanne betreiben will, in der dieses Design zur Anwendung kam, d.h. bis 1946, kommt man an der Prüfung der Wasserzeichen allerdings nicht vorbei. Die Marken sehen zwar identisch aus, aber über das jeweilige Wasserzeichen wird maßgeblich der Wert festgelegt.

Von den frühen „Roo and Map“ Marken gibt es verschiedene Varianten (“Dies”). Als „Die“ bezeichnet man ein Stück weichen Metalls oder anderen Materials in das der Graveur das Markenbild ätzt.

Nach der Fertigstellung und der Härtung wird dieses „Die“ dann so oft kopiert, wie es an Einheiten benötigt wird, um die benötigte Anzahl von Briefmarken auf der jeweiligen Platte zu erstellen.

Immer, wenn mehr als eine Kopie der „Die“ benötigt wird, können solche Variationen entstehen, da jede dieser Kopien leichte Unterschiede aufweisen könnte.

Die unkomplizierteste und preiswerteste Marke aus den ersten 15 „Roo and Map“ Marken ist die 1d karmin (Scott 2).

Beispiele der 1d sind sehr einfach zu finden und es gibt auch nur drei Varianten (dies) dieser Ausgabe. Um diese zu identifizieren benötigt man nur eine gute Lupe.

Jetzt sollte man sich die linke untere Ecke der 1d Marke genauer ansehen, auf der obersten Höhe des Buchstaben „O“ in „ONE“. Wer dort einen Bruch der dünnen inneren Rahmen-Linie erkennt, hat Die 1 identifiziert. Gibt es diesen Bruch der Rahmen-Linie nicht, liegt Die 2 vor. Bei Die 2A fehlt dieser Bruch ebenfalls; zusätzlich gibt es aber einen Bruch naher der Ecke oben links.

Um eine solche Die 2a 1d Marke zu finden, bewegt man die Lupe ca. 6 Millimeter abwärts von der linken oberen Linie und prüft, ob es dort im inneren Rahmen einen Bruch gibt. Wenn ja, hat man nicht nur die Variante 2A identifiziert, man hat auch grundsätzlich gelernt, wie man solche Variante bestimmen kann.

Die oben behandelten Verfahren benötigen zwar einige grundsätzliche technischen Fähigkeiten im Umgang mit Briefmarken, sind aber nicht wirklich schwierig. Wenn aber grundsätzlich weder ein Interesse an Wasserzeichen oder dem Erkennen von Varianten besteht, gibt es auch noch andere Wege, diese frühen „Roo and Map“ Ausgaben zu sammeln.

Man kann beginnen, mit einigen dieser Marken und Papier mit einem Raster auf welchem man die Marken dann befestigen kann.

Nimmt man z.B. die 1d karminrot, könnte man damit beginnen, die unterschiedlichen Farbabstufungen von karminrot zu betrachten.

Dicht beieinander liegen z.B. die leichten Unterschiede der Schattierungen von karminrot: hell-rot und blass-rot.

Alle dieser „Roo and Map“ Briefmarken weisen Farb-Varianten auf, die sogar zu eigenständigen Nummern im Scott Standard Postage Stamp Catalogue geführt haben.

Je mehr Marken dieser Serien man dann gesammelt hat, umso einfacher wird es, die interessanten Farb-Variationen erkennen zu können.

Eine andere Ausrichtung der Sammlung ergibt sich, wenn man auf die Abstempelung dieser Marken achtet.

Eine Nummer in einer „Balkenentwertung“ weist auf den Ort hin, von wo der Brief versandt wurde; bei „120“ ist es z.B. Wedderburn, einer ländlichen Stadt in Victoria.

Eine Quelle, um solche Stempel zu identifizieren ist :

New Look Pictor-Marks Priced Handbook: Australian Pictorial and Commemorative Postmarks 1887-1987, herausgegeben von by C. Peck.

Es macht auch viel Freude, die runden Datums-Stempel zu sammeln. Die erste Marke der „Roo and Map“ Ausgaben wurde in 1913 herausgegeben; man könnte z.B. versuchen von jedem Monat eine gestempelte 1d zu finden..

Da diese Marken auch das gesamte Jahr 1914 genutzt wurde, hält es einen Sammler eine ganze Weile auf Trab, wenn er versucht, ebenfalls für jeden Monat in 1914 eine gestempelte Marke zu finden.

Die Australischen Staaten waren Britische Kronkolonien und wurden dann Staaten innerhalb der Föderation von Australien. Es könnte nicht nur amüsant sein, sondern auch sehr lehrreich, wenn man versucht, jeweils eine 1d Roo and Map Marke, gestempelt in all diesen Staaten, zu finden.

Die australischen „Roo and Map“ Marken von 1913 wurden bis 1946 immer wieder neu aufgelegt, allerdings mit verschiedenen Wasserzeichen und Perforationen, und jede dieser Auflagen könnte feine Sammlungen ergeben.

Sammle diese Marken, studiere sie und ordne sie auf kreative Art und Weise and und es wird Dich glücklich machen.

Für weitere Information zum Sammeln von Australien kann man die Society of Australasian Specialist/Oceania, Steven G. Zirinsky, Box 230049, Ansonia Station, New York, NY 10023 kontaktieren